Fähre Portimao
Bildschirmfoto 30. Juli 2019

Druckansicht

Das Geschäft läuft mau

30. Juli 2019

Die Fähre zwischen Madeira und dem Festland fährt nur die Hälfte der Kosten ein

eins - Schon im vergangenen Jahr war die Bilanz negativ. Deshalb hatte niemand bei der ersten Tour in 2019 mit einem Andrang wie bei einer Kaffeefahrt gerechnet, trotz der günstigen Preise. Doch immerhin kam die „Volcan da Timanfaya“ frühmorgens am 9. Juli in Portimão auch nicht als Geisterschiff an.

Das Fährschiff hatte 460 Passagiere an Bord, das Fassungsvermögen des Bootes ist 1000 Passagiere. Im Bauch der Fähre waren 110 Autos und sieben Motorräder abgestellt, Platz wäre für 300 Fahrzeuge. Die schlechte Belegung ist unter anderm Resultat eines mangelhaft durchgeführten Vorverkaufs.

„Noch Mitte Mai wusste ich nicht, ob wir wie geplant mit dem Auto und der Fähre nach Madeira fahren können,“ berichtete Anselm K. Bis zur ersten Abfahrt waren es da nur wenig mehr als sechs Wochen. Der Deutsche hatte bereits 2009 und 2010 die Fähre genutzt. Die weite Anreise mit dem PKW – immerhin 2500 km mit dem Auto – schreckt längst nicht jeden Madeira-Urlauber ab. Mancher scheut den Flug, anderer hat besonderes Gepäck dabei für die gesundheitliche Versorgung, oder Bello oder Mimi sollen mit in den Urlaub – im Käfig und ganz ohne Betäubung. „Diese Fahrt von Freiburg bis Südportugal haben wir genossen,“ erinnert sich Karl S., inzwischen längst auf Madeira zu Hause. „Wir haben die Fähre genutzt, um einige empfindliche elektronische Geräte und sogar einige Pflanzen aus dem Garten in unser Haus auf Madeira zu bringen.“

Madeirenser nutzen die Fähre gern für einen Besuch bei Verwandten auf dem Festland. „Wir können aber wegen der Kinder nur in den Sommerferien fahren,“ erzählt Filomena P. aus Funchal. Ihr war das Warten auf den Fahrplan zu unsicher: „Wenn das Schiff dann doch nicht fährt, bekommen wir nicht einmal mehr Flüge – das mache ich nicht.“

Große Reisen brauchen Planung. Zwei, drei oder vier Wochen bis zur Abreise – das reicht nur ganz Wenigen.

Für den Sommer 2019 sind insgesamt zwölf Fahrten geplant zwischen Funchal und Portimão. Für dieselbe Anzahl Fahrten im Sommer 2018 zahlte die öffentliche Hand drei Millionen Zuschuss. Trotzdem blieb der Veranstalter – die Gruppe Sousa, die auch die Fähre nach Porto Santo betreibt – auf einem Defizit von 1,9 Millionen Euro sitzen.

Wer die Chance nutzen möchte, Madeira oder die Kanarischen Inseln per Schiff, womöglich mit Auto, für relativ wenig Geld zu besuchen, der sollte das in diesem Sommer tun. Es ist fraglich, ob das Projekt wie geplant weitergeführt werden kann. 

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden