Wieder viel Sand am Strand von Porto Santo

Wieder viel Sand am Strand von Porto Santo

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Wie Sand am Meer

21. Dezember 2018

Porto Santos Reichtum mußte umverteilt werden

eins - Was der eine zu viel hatte, hatte der andere zu wenig. Die Rede ist vom Hafen und vom Strand der „ilha dourada“ - der Insel mit dem goldenen Sand. Der Hafen war versandet und der Strand an einigen Stellen leer gefegt beziehungsweise abgeschwemmt.

Die Versandung des Hafens ist ein periodisch wiederkehrendes Problem. Als die Entscheidung, den Hafen einmal mehr auszubaggern, im Frühjahr 2018 fiel, hatte das Fährschiff, das Madeira mit seiner kleinen Nachbarinsel verbindet, bei Ebbe im Hafenbecken nur noch anderthalb Meter Wasser unterm Bug. Diesmal kam der Sand, den die Wasserbagger vom Grund des Hafens emporhievten, genau zur rechten Zeit, um woanders Abhilfe zu schaffen. Sturmfluten und heftige Winde hatten den schönen und angeblich heilsamen Sand (siehe Artikel Madeira-Zeitung) am Strand von Porto Santo verschwinden lassen. Nicht gänzlich, aber sichtbar. So wurde aus der Strandwanderung entlang des Meeres gelgentlich eine Kletterstrecke über Felsformationen und Gestein. Die Watvögel staunten, mit ihrem Schnabel keine tiefen Löcher mehr in den Sand bohren zu können – ihre Speisekarte war deutlich reduziert.

Mit der Ausbaggerung des Hafens standen im September diesen Jahres auf einmal 100 Tausend Kubikmeter Sand zur Verfügung. Schiffe wurden damit beladen und kippten sodann einen Sandgürtel vor die Küste. Die Brandung schwemmte in der Folge den vorgelagerten Sand an Land. So erfreut sich Porto Santo seit Herbst 2018 wieder des vertrauten Sandreichtums am neun Kilometer langen Strand.

Mit den Arbeiten sind zwei Probleme temporär gelöst. Wie die Umweltdezernentin Madeiras gegenüber der Tageszeitung Diário de Noticias erläuterte, liegt das Hauptproblem für das Verschwinden des Sandes am Strand in der Erosion des Dünengürtels an der Südküste von Porto Santo. Der küstenschützende Gürtel ist löchrig und niedrig geworden. Das Problem der Erosion tritt nicht allein in Porto Santo auf. Es ist ein weltweites Problem von Küstenregionen, führte Susana Prada aus, die von Hause Metereologin ist. Finanzmittel der Europäischen Union wurden beantragt, um für Porto Santo Abhilfe in großem Umfang zu leisten. 2020 sollen fünf Millionen Kubikmeter Sand den Dünengürtel der Südküste erhöhen und stabilisieren. Eine erneute Hafenausbaggerung kann freilich diesen Bedarf an Sand nicht decken. Die Sahara ist nicht weit entfernt und bietet ein unerschöpfliches Reservoir an Wüstensand, von dem man profitieren kann. Mit der Aufkippung des vorgesehenen Sandvolumens wäre, nach den Worten der Umweltdezernentin Madeiras, das Problem der Erosion auf Porto Santo für die nächsten 100 Jahre beseitigt.

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