Markthalle in Funchal
Touristenattraktion Markthalle in Funchal

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Stolz auf die "Semilha"

1. September 2018

Statistik aus der Landwirtschaft

sts- Die Königin der landwirtschaftlichen Produktion Madeiras ist nicht die Strelitzie, wie man vermuten könnte. Vielmehr ist es die Kartoffel. Auf über tausend Hektar wurden im Jahr 2016 über 30tausend Tonnen Kartoffeln geerntet, so berichtet die Behörde für Statistik.
„Dreimal jährlich können wir Kartoffeln setzen und ernten,“ berichtet Bäuerin Luisa aus Ponta do Sol. Die ganze Familie hilft dabei mit, und der über achtzigjährigen Nachbarin wird gleich mit unter die Arme gegriffen. Diese Produktion allerdings – für den eigenen Bedarf – ging in die Statistik von 2016 gar nicht ein. „Die Kartoffeln auf Madeira schmecken besonders gut,“ findet auch Miriam K. aus dem Ruhrgebiet. „Ganz schlichte Salzkartoffeln in einem x-beliebigen Landrestaurants sind hier eine echte Delikatesse.“

Woran das liegen mag? Luisa zuckt mit den Schultern. Für sie ist es klar, dass Kartoffeln aus Madeira die besten überhaupt sein müssen. Schliesslich gibt es auf Madeira sogar einen eigenen Namen für die Kartoffel: Semilha. Das Wort versteht man schon auf dem Festland nicht mehr, auf Madeira jedoch wird es im Supermarkt ebenso verwendet wie am heimischen Herd. Wie gut ihre Kartoffeln sind, weiss Luisa auch von der Verwandtschaft in der Schweiz. Vor jedem Besuch werden die Insulaner gebeten, Kartoffeln mitzubringen – vom eigenen Acker natürlich.
14 Prozent der Bevölkerung Madeiras lebten im Jahr 2016 von der Landwirtschaft. Dabei geht es vor allem um Gemüse und Obst und nur zu knapp vierzig Prozent um Fleisch-Produktion.

Gleich nach der Kartoffel folgt übrigens mit knapp über 23 tausend Tonnen die Banane – und über deren guten Geschmack im Vergleich zu Produkten aus Lateinamerika sollen die Einheimischen hier nicht auch noch zu Worte kommen…..

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