Bauernfänger am Werk

1. September 2017

In Portugal ansässige Firmen sind derzeit im Visier

Sheila - Da flattert ein Brief auf den Schreibtisch, mit Rückumschlag an eine Hamburger Adresse. Das Schreiben sieht amtlich aus und setzt eine knapp bemessene Deadline. Wer das Spiel mitmacht, der wird schnell 890 Euro los.

In dem auf Englisch formulierten Schreiben werden auf einem beiliegenden Formular Name, Anschrift, Telefonnummer und Geschäftsbereich der portugiesischen Firma aufgeführt. Das Schreiben dringt auf die Beachtung neuer gesetzlicher Regelungen in der EU. Die Firma müsse – so legen Anschreiben und „amtliches“ Formular nahe – die portugiesische Steuernummer eintragen, um die nach aktueller Rechtslage notwendige europäische Business-Nummer zu erhalten. Unterschreiben, abstempeln, und schnell abschicken!

Irgendwo im umständlichen Vertragstext steht, dass den Absender nichts mit der EU oder Europäischen Kommission verbindet. Irgendwo im umständlichen Vertragstext steht auch, dass die Firma per Unterschrift eine Platzierung bei Deutscher Adressdienst GmbH in Auftrag gibt, die kostenfrei ist, soweit auf dem Formblatt keine Ergänzungen vorgenommen werden. Und irgendwo steht im umständlichen Vertragstext, dass Letzteres als eine in Auftrag gegebene Werbung verstanden wird, für die ein jährlich im Vorhinein zu entrichtender Betrag von 890 Euro anfällt.

Vorsicht scheint geboten.

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