Druckansicht

Der Milchmann kommt per Flugzeug

25. Mai 2017

Madeiras Frischmilch wird täglich eingeflogen

eins - Die grüne Insel schafft es nicht, ihre Kinder mit frischer Milch von heimischen Kühen aufzuziehen. Die in den Supermärkten feilgebotenen 1-Liter-Packungen von der Firma Vigor sind Importe. Aber es wird noch absurder: Bei den beiden madeirensischen H-Milch-Produkten ist nur das Wasser heimisch. Mit madeirensischem Wasser wird das Milchpulver aufgerührt, das die madeirensischen Firmen Pico Ruivo und Ilma in der EU aufkaufen.

1990 landeten elfeinhalb Millionen Liter Kuhmilch in Madeiras Molkereien. 2015 erhielten die beiden regionalen Käsereien, die Frischkäse und Quark herstellen, nur noch anderthalb Millionen Liter Rohmilch. Das ist alles, was Madeiras Milchkühe hergaben. Und die beiden Käsereien brauchen alles und mehr, da sie ihre Produktion seit 2000 fast verdreifacht haben.
Madeiras Jahresverbrauch an Milch liegt bei 24 Millionen Litern. Alles, was in Lebensmittelgeschäften angeboten wird, ist Importware – Direktimport oder Milchpulverimport. Die 300 Milchkühe, die auf Madeira grasen, liefern gerade einmal fünf Prozent zum Gesamttopf. Das ist mehr als bescheiden.

Auf den Azoren ist das anders. Die Azoren sind die Insel des Milch- und Käsereichtums. Darum beklagt sich auch einer der nur 32 Milchbauern Madeiras über die Hürden, die die madeirensische Bürokratie aufbaut: „Auf den Azoren kriegst du die Lizenz zur Milchproduktion innerhalb einer halben Stunde. Auf Madeira brauchst du dafür sieben Jahre!“ (Zitat aus Diário de Notícias 21. Mai 2017)

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.