Bevölkerungsschwund und Arbeitskräftemangel

3. Mai 2017

Eine alarmierende Prophezeiung für Madeira

eins - Die offizielle Studie zur mutmaßlichen Bevölkerungsentwicklung zwischen 2015 und 2080 rechnet eine Ausdünnung der Bevölkerungsdichte um mehr als ein Drittel innerhalb von 60 Jahren aus.
Besonders ernüchternd am Szenario 2080 ist, dass auf zwei Rentner nur noch drei Personen aus dem aktiven Lebensalter kommen.

Die Studie Projeccoes de Populacao Residente 2015 – 2080 wird von der Nationalen Statistikbehörde präsentiert. Sie konnte nicht berücksichtigen, dass wegen der aktuellen Unruhen in Venezuela eine Welle von Rückkehrern aus der Emigration in Madeira anlandet. Eine aus dieser spontanen Wanderung resultierende kurzfristige Modifikation in der Bevölkerungsentwicklung wird sicher langfristig keine signifikante Wirkung zeigen.
2015 wurden 256 424 Einwohner auf Madeira gezählt. Das waren schon 10 Tausend weniger als 2010. Für 2080 rechnet die vorliegende Studie mit 165 682 Einwohnern auf Madeira, die Nachbarinsel Porto Santo immer einbezogen. Das sind mehr als 100 Tausend Menschen weniger.
Drei Faktoren motivieren den Schwund und bedingen sich gegenseitig.
1. Die Insellage hemmt eine dynamische wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung, die regionalem Leben Impulse verleihen würden.
2. In der Insellage selbst gibt es ein Abseits. Die Nordküste und die kleine Nachbarinsel Porto Santo liegen weit ab. Junge Menschen, die von dort stammen, treffen immer häufiger die Entscheidung zur Auswanderung.
3. Es werden immer weniger Babys geboren. Die Sterberate zwischen 2009 und 2016 liegt im Vergleich zur Geburtenrate um 17 Prozent höher. Tendenz steigend.

Wie will Madeira überleben mit vielen alten Menschen und einer schwindenden Zahl von im Leben Aktiven? Heute sind es noch 448 Schaffende auf 100 Rentenbezieher, 2080 werden es nur noch 146 Personen auf 100 Rentenbezieher sein, die für das Überleben der Insel die Ärmel aufkrempeln. Können sie es schaffen? Die Studie gibt darauf keine Antwort.

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