Druckansicht

Algen in aller Munde

30. April 2017

Bislang 40 Mio Verlust in Porto Santo

eins - Bio-Strom von Mikroalgen. Groß waren die Töne zu Beginn. Groß ist nun das Defizit. Groß war aber auch das Erstaunen vieler Prominenter, als das madeirensische Stromunternehmen EEM bei einem Kongress in Lissabon Algen als kulinarische Leckerbissen servierte. Portugals Staatspräsident biss beherzt zu.

Es ist eine Kunst, den Flop zum Top zu machen. Denn mit dem Algenprojekt hat sich das staatliche Stromunternehmen ziemlich in die Nesseln gesetzt. Schon früh nach dem Start gab es Streit zwischen den Investoren (s. www.madeira-zeitung.de ). Das EEM machte alleine weiter. 2014 beschied ein externes Gutachten dem Stromunternehmen, dass der zu erwartende Gewinn aus der Algenverwertung, die bereits investierte Summe nicht wird ausgleichen können“ (Gutachten KPMG, April 2014). Bis heute sind 40 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Kehrtwende bei der EEM. Sie wird mit einer neuen Firma die Algen als Nahrung, Kosmetik und Heilmittel vermarkten. Der Anfang wurde im März auf dem Kongress der Stiftung Blauer Ozean in Lissabon gemacht. Die Algenleckerbissen aus Porto Santo kamen gut an. Dem Staatspräsidenten hat es nicht die Sprache verschlagen. Er hat nur deshalb nichts gesagt, weil er den Mund voll hatte.

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.