Fallrückzieher für „Ronaldo-Flughafen“

14. März 2017

Lissabon schießt quer

eins - In Paris landet man auf „Charles de Gaulle“, in München auf dem „Fanz-Josef-Strauss-Flughafen“. Die Regionalregierung in Funchal will am 29. März den „Christiano-Ronaldo-Flughafen Madeira“ ausrufen. Der Zentralregierung von Portugal behagt das nicht.

Dass man Stadien nach Sportlern benennt, geht an. Dem großen Radrennfahrer ist in Paris „Roland Garros“ gewidmet oder dem legendären Fußballer das „Fritz-Walter-Stadion“ in Kaiserslautern. Aber soll ein Flughafen mit internationalen Verbindungen nach einem Fußballer benannt werden, der aus der Region stammt? Die Madeirenser sind unendlich stolz auf ihren Fußballhelden, und die Zentralregierung hatte keine Einwände gegen die Namensgebung gezeigt. Jetzt, kurz vor der Einweihungszeremonie gelangen Signale aus Lissabon an den Pächter des Flughafens. Die Zeremonie, so heißt es angeblich, könne am 29. März nicht wie geplant von statten gehen. Der Chef der Inselregierung nennt die Grätsche aus Lissabon „schlecht erzogen“ und „unelegant“. Dieser harmlose Protest könnte darauf hinweisen, dass der oberste Madeirenser auch nicht mehr so recht überzeugt ist vom neuen Namen für den Flughafen. Neben „Charles de Gaulle“, „Franz-Josef Strauss“ und vielleicht einmal „Willy Brandt“ steht „Christiano Ronaldo“ ausgesprochen spärlich auf der Rollbahn – getreu seiner Aufmachung in der Unterhosenwerbung. Außerdem – und das könnte der sozialistischen Regierung in Lissabon zu denken gegeben haben – hat Ronaldo seit wenigen Monaten tüchtig Dreck am Stecken wegen Steuerhinterziehung. Vgl. dazu den Artikel in der Madeira-Zeitung.

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