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Mönchsrobben vor Madeira

3. Januar 2017

Zum Glück werden sie nicht mehr gejagt

eins - Von acht auf vierzig Exemplare hat sich die Robben-Kolonie auf einer vorgelagerten Insel vergrößert. Dazu brauchte sie 30 Jahre und flankierenden Naturschutz seitens madeirensischer Behörden.

Früher einmal gab es so viele von diesen Tieren, dass sogar ein Ort nach ihnen benannt wurde: „Câmara de Lobos“ . Diese „Wölfe“ im Atlantik waren Robben. Jahrhunderte lang wurden die Mönchsrobben gejagt. Sie galten den Fischern als Konkurrenten, beim Fang von Tintenfisch und Lapas. Ob auch das nahrhafte Fleisch und die Felle der Jungtiere auf Madeira reißenden Absatz fanden, wie manche behaupten, konnte die Madeira-Zeitung nicht herausfinden. Eine ausgewachsene Mönchsrobbe ist über drei Meter lang und wiegt über dreihundert Kilo. Diese Art (monachus monachus, die Mittelmeermönchsrobbe) ist eine weltweit gefährdete Art. Außer auf Madeira kommt sie im Schwarzen Meer, im Mittelmeer und an der Küste Marokkos vor, überall nur in sehr kleinen Populationen.

Mit der Jagd war 1988 Schluss, als der Natur-Park von Madeira ins Leben gerufen wurde. Doch das war nur der Startschuss. 1990 teilte sich das Naturschutz-Projekt in mehrere Schwerpunkte auf. Einer davon waren die drei unbewohnten Inseln vor Madeira. Dort hausten und hausen giftige Spinnen, ausgewilderte Ziegen, die von Bütteln der Forstpolizei immer wieder dezimiert werden. Und an den Gestaden der größten der drei schroffen Felsgebilde im Meer, der Deserta Grande, fristeten acht Überlebende der unerbittlichen Jagden ihr Dasein. Aus diesem Restbestand an Möchsrobben ist ein kleines Völkchen geworden. Das Wachstum des Rudels geht nur langsam vor sich, denn die Weibchen werden erst mit fünf oder sechs Jahren zum ersten Mal Mutter und gebären nur je ein Robbenbaby – alle zwei Jahre.

In den geschützten Lebensraum der Robben bei den Desertas einzudringen ist verboten. Das ist nur gut so. Auch für allzu neugierige Menschen. Wer sich mit den Tierpflegern der Robben-Station auf der westfriesischen Insel Texel unterhält, bekommt empörte Klagen darüber zu hören, wie frech Robben sind und wie weh ihre Bisse tun.

Übrigens: Gelegentlich wurden auch vom Walbeobachtungsboot der Firma Lobosonda Mönchsrobben beobachtet. Wir verweisen auf den Artikel "Begegnung mit einer Mönchsrobbe".

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