Mietwagen supergünstig?

8. November 2016

Car sharing System in Portugal ab 1. Dezember

sheila - Wer ein simples Auto für den Urlaub sucht, fährt möglicherweise mit bookingdrive am billigsten. Wenn die Plattform hält, was sie verspricht, sind die privaten Mietwagen um 70 Prozent billiger als der Durchschnitt der kommerziellen Modelle. Die Fahrzeuge können allerdings bis zu elf Jahren auf dem Buckel haben. Startschuss ist zum Jahresende in Lissabon und Porto. Danach kommt sicher bald Madeira.

Rechtlich ist alles in trockenen Tüchern: Die Fidelidade (Versicherungsgesellschaft der Sparkasse) versichert das Auto auch für die Nutzung durch die Mieter, es ist vom portugiesischen TÜV abgenommen, die Straßenverkehrssteuer wurde entrichtet. Der Mieter ist mindestens 21 Jahre alt, besitzt einen Führerschein und stammt aus einem Mitgliedsland der EU, der Schweiz, den USA oder Kanada, einige Nationalitäten scheinen jedoch nicht erwünscht: Russland, die Ukraine oder die Türkei und andere. Diskriminierte mögen sich an das Justizministerium wenden, dem eine farbige Ministerin vorsteht. Daher sind denn auch alle Bürger aus afrikanischen Staaten mit Portugiesisch als Amtssprache mietberechtigt. (Ob die Auswahl der Kriterien berechtigt ist ? fragt sich der Setzer)

Vermieter und Mieter begegnen einander auf bookingdrive.com Dort wird die Mietdauer des angebotenen Fahrzeugs vereinbart (mindestens zwei Stunden, maximal eine Woche, verlängerbar) und der Mietpreis ausgehandelt. Die Verhandlungspartner einigen sich ferner auf den Ort und die Uhrzeit der Übergabe. Die Bezahlung erfolgt vor der Miete.

Doch der für Vermieter wie Mieter lukrative Deal lässt noch manche Fragen offen. Die Internetseite im Aufbau gibt keine Information, ob das Auto vollkasko und mit oder ohne Selbstbeteiligung versichert ist. Ferner bleibt offen, was bei Pannen geschieht. Holt der Besitzer den Mietfahrer abends am einsamen Berggipfel ab, wenn das Auto streikt? Oder muss der Mieter den Abschleppdienst selber bezahlen? Erhält man ein gepflegtes Fahrzeug oder eine Kiste, die innendrin nach Nikotin stinkt? Sind auf einer kleinen Insel wie Madeira überhaupt genügend Fahrzeuge „von Privat“ verfügbar, die an Touristen vermietet werden könnten?

Wer sicher gehen will, dass ein gepflegtes, neuwertiges Fahrzeug schon am Flughafen wartet, sollte auf konventionelle Weise buchen.

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