Der Doktor schreibt dir nix mehr auf!

28. September 2016

Mit Jahresbeginn 2017 schickt der Arzt das Rezept ausschließlich in die Cloud

eins - "Get off my cloud" war ein ruppiger Hit der jungen Rolling Stones. Das heisst so viel wie "Schieß in den Wind!". Genau das werden viele Patienten auf Madeira bei sich denken, wenn sie ab Januar die Praxis ihres Arztes mit leeren Händen verlassen. Nur, dass es anders herum geht. Es ist der Arzt, der das Rezept, falls der laxe Ausdruck erlaubt ist,  in den Wind geschossen hat.

Wie kommt der Patient nun an seine Medikamente? Er oder sie sucht eine x-beliebige Apotheke auf, legt den Versicherungsauweis vor. Und damit wird dann das Rezept aus der Cloud gefischt. Ganz easy, falls nicht eine atmosphärische Störung dazwischen funkt. In solchem Fall ist davon auszugehen, dass die Götter dem Arzt zürnen oder ein technisches Gerät ausgefallen ist. Wenn aber alles normal läuft, liegen alsbald die Medikamente auf dem Ladentisch, man bezahlt und verläßt die Apotheke mit einem Säckchen in der Hand. Darin befinden sich die Tabletten oder Säfte, die Gesundheit verheißen.

Das E-Rezept spart Papier ein und ist hochmodern, weil digital. Es macht Arzt, Patient und Apotheke zu einer gläsernen Triade. Wer weiß, wen die Rolling Stones im Sinn hatten, als sie grölten: "Hau ab aus meiner Wolke"? Was dem Patienten vielleicht zum Gesundwerden fehlen wird, ist die unleserliche Unterschrift des Arztes auf dem Papier-Rezept, die irgendwie symbolisierte: Von Mir für Dich!

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