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Deutsche spenden für São Roque

5. September 2016

Hilfe für vom Feuer Geschädigte

sts -  São Roque heißt ein Stadtviertel in Funchal, das am meisten von den Bränden im August betroffen war. 24 Häuser wurden hier komplett vom Feuer vernichtet, viele weitere Gebäude schwer beschädigt. Die Deutsche Evangelische Kirche Madeira (angeschlossen an das evangelische Auslandspfarramt in Lissabon) entschloss sich darum, die Spenden aus Deutschland und Madeira für die Geschädigten des Feuers nach São Roque zu bringen, und zwar direkt an die Adresse der Hilfeaktion vor Ort: zur Casa do Povo („Volkshaus“).

Pedro Gomes ist Präsident der Bezirksverwaltung von São Roque. „Das ist nun schon das dritte schwere Unglück, das wir hier bekämpfen, seitdem ich mitarbeite,“ berichtet er. Nach der Unwetterkatastrophe 2010, dem Brand 2013 hat das Feuer nun wieder brutal zugeschlagen. Über 24 Stunden am Stück war Gomes beim Kampf gegen den Brand mit dabei.

São Roque gehört zur „Zona Alta“ von Funchal, zu den abgelegenen Stadtvierteln weit oberhalb der Autobahn. Touristen verirren sich selten herher „Hier leben viele alte Menschen, und auch die Häuser sind alt, manches ist aus Holz und hat sehr schnell gebrannt,“ sagt Gomes. Die Feuerwehr konnte nicht überall sein, und die Menschen mussten so gut sie es vermochten, selbst anpacken, um ihre Häuser zu schützen. „Die Solidarität der Geschädigten untereinander ist enorm, einer hilft dem anderen,“ erläutert Gomes die Lage.

Die Bevölkerung ist verhältnismäßig arm, viele Menschen sind ohne Arbeit und Lohn, es gibt fast kein Geld für den Wiederaufbau. „Meine Arbeit ist es jetzt, Mittel heranzuschaffen, von überall her!“ sagt der aktive Mann, und strahlt Optimismus aus. Wer zu Schaden gekommen ist, hat im Gemeindebüro einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Freundlich blickende Mitarbeiterinnen begrüßen jeden, der eintritt. Ein dicker roter Ordner liegt auf, gefüllt mit Anträgen auf größere und kleinere Hilfen. Nicht nur Bauarbeiten sind nötig, mancher braucht auch Ersatz für verbrannte Möbel und Haushaltsgegenstände, für Bettwäsche, Decken und Handtücher.

Pfarrerin Ilse Everlien Berardo erklärt, wie die Spende von EUR 3.500,- zusammen gekommen ist. „Viele der Deutschen, die jedes Jahr wieder nach Madeira reisen, kommen nicht nur wegen der Natur. Sie mögen auch die Madeirenserinnen und Madeirenser. Sie waren schockiert, als sie von den Bränden erfuhren und die Bilder in den Medien sahen.“ Die Deutsche Evangelische Kirche Madeira hat die Spenden gesammelt und garantiert, dass das Geld dorthin gebracht wird, wo es dringend gebraucht wird. Auch konnte die kleine, ausschließlich ehrenamtlich tätige Gemeinde aus Rücklagen noch etwas hinzufügen: „Wir wissen, das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein,“ sagt die Pfarrerin. Doch der Präsident von São Roque antwortet: „Viele Tropfen helfen uns!“

Wünscht er sich den Herbstregen herbei in den heißen Tagen zu Beginn des Monats September? „Regen, ja,“ lacht er, „ aber noch nicht sofort, wir brauchen noch ein paar Tage zum Bauen.“

Spenden für die Opfer des Feuers auf Madeira:
DEKMADEIRA

PT50 0007 0000 0016 7729 3942 3

BIC/SWIFT: BESCPTPL

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