Brände weitgehend gelöscht

12. August 2016

Ruhe nach dem Sturm oder nur kurze Erholungspause?

sts - Am dritten Tag nach den verheerenden Bränden in Funchal und Calheta konnte man heute an vielen Orten der Insel fast vergessen, dass es den Brand gegeben hatte. Auf der Nordseite, im Tal von Ribeira Brava bis São Vicente, in Caniço de Baixo freute man sich über strahlend blauen Himmel und grüne Wiesen und Bäume, fast als wäre nichts geschehen.

In der Zwischenzeit liefen die Hilfsmaßnahmen in Funchal auf Hochtouren, waren Feuerwehrleute weiterhin im Dauereinsatz, um die noch bestehenden Brandherde zu beaufsichtigen oder weiter zu löschen, wurde die ganze Insel genau auf weitere Brandherde kontrolliert. Hausfrauen stöhnten über den Ascheregen, und ebenso die Gärtner.

Touristen reisten ab und neue kamen an. Eine alleinreisende Dame, die sich in der Hotelrezeption verabschiedete, bedankte sich für den schönen Urlaub. Die Frau sagte, der Zusammenhalt und das Aufeinander Achten in diesen Tagen der Gefahr, sowohl der Einheimischen mit den Touristen als auch der Touristen untereinander, das habe sie sehr bewegt. Man habe darauf geachtet, wie es dem anderen geht, obwohl man sich kaum kannte.
Ein Paar aus Leipzig stand am Nachmittag mit dem Fotoapparat vor pinkfarbenen Bougainvillea-Blüten in strahlender Sonne. Diese Pracht hatten sie nicht erwartet.
Glückliches Lächeln auch bei den „Whale Watchern“, die Delfine und Schildkröten im klaren Wasser beobachten konnten.

War es das jetzt? Wie geht es weiter? Niemand kann diese Frage beantworten. Urlauber, die sich fragen, ob sie in der kommenden Woche anreisen sollen oder nicht, stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Tatsächlich ist es möglich, dass das Schlimmste vorüber ist. Doch eine zuverlässige Voraussage gibt es nicht. Vieles hängt vom Wind in den nächsten Tagen ab. Urlauber können auf jeden Fall vor der Abreise noch einmal bei Ihren Gastgebern oder Hotels nachfragen, wie sich die Lage entwickelt hat.

Für alle, die schon auf der Insel sind, gilt weiterhin äußerste Vorsicht. Kein offenes Feuer, auch nicht am Gartengrill, draußen nicht rauchen, Hinweise der Einheimischen respektieren, keine Wanderungen im Gebirge durch unübersichtliche Täler und Waldstücke.

Leserbriefe

M.Vogel 23.08.2016 15:33

Habe heute durch Zufall ihre Madeira-Zeitung entdeckt..Wir (Mädels)fliegen im September das erstemal nach Madeira einer unsere Träume....die Brände haben uns sehr getroffen vorallem den Leuten die ihr leben und Hab und Gut verloren haben schrecklich wie ein einzelner Unbedachter Mensch soviel Leid anrichten kann... durch ihre Artikel habe ich jetzt mehr Information bekommen als im Reisebüro.DANKE.... auf bald.

Bernd 18.08.2016 13:08

Ich wünsche den Menschen auf Madeira alles Gute und hoffe das die Brände nun ein Ende haben werden.
Den Besitzern des abgebrannten Orchideengartens in Funchal wünsche ich die Kraft doch wieder einen neuen so schönen Garten anzulegen.
Wir werden im November wieder für 14 Tage in Funchal sein. Wir freuen uns schon sehr auf diese schöne Insel.

Dagmar 15.08.2016 21:01

Also ich bin am vergangenen Donnerstag aus einem wunderschönen Urlaub in madeira zurück gekehrt. Natürlich haben wir den Brand mitbekommen
Wir konnten Dienstag abend nicht in unser hotel zurück, weil das Feuer in funchal uns den Weg versperrte. Aber was wir da erfuhren war Menschlichkeit pur: zuerst half uns ein Einheimischer ein Zimmer für die Nacht zu finden, was nicht einfach war, da schon viele Menschen evakuiert waren und schließlich ja auch hauptsaison war. Wir kommen dann um 21.00 in der Pension in camacha an. Da wir tagsüber wandern waren und im Meer gebadet hatten und wir total nach rauch stanken hätten wir gerne geduscht. Duschdas gab\\\\\\\'s im Ort aber keines, da alles geschlossen. Kurzerhand hat uns eine einheimische in ihr Auto verfrachtet und zu einem Supermarkt gebracht und wieder zurück geführt. Essen bekamen wir dann noch bei einem kleinen stand mitten unter all den freundlichen Menschen von madeira. Mehrmals wurden wir dort gefragt ob alles in Ordnung sein und uns das essen schmecken. Am nächsten Morgen konnten wir in unser hotel zurück und wurden dort überschwänglich empfangen, da sich viele vom Personal schon Sorgen um uns gemacht hatten.
Wer also da noch meint, dass er überlegt ob er nach den Ereignissen noch auf die Insel trauen soll, hat gar keine Ahnung was ihm dabei entgehen würde.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Aufenthalt im November

Hildrun 15.08.2016 11:47

Ich bin auch Madeirafan, war schon 2 mal dort, und habe auch Freunde und Bekannte zum Madeiraurlaub inspiriert.
Dieses Jahr im Oktober werde ich mit einer Freundin wieder eine Woche in Funchal verbringen.
Auch mich haben die Nachrichten über die Brände sehr bewegt, Sorgen um die Menschen, die wunderschöne Natur. Über die Frage nach den Brandstiftern traue ich mich gar nicht weiter nachzudenken???
Ich freue mich, Ihre Zeitung gefunden zu haben und hoffe weiter auf aktuelle, neutrale Berichterstattung und nützliche Tips für Madeirareisende.
Danke!

Karin walkowiak 14.08.2016 19:25

Wir haben für November Madeira gebucht.Ich wüsste gerne mal ob es im Botanischen Garten,im Tropischen Garten auch gebrand hat.Genau so, ob die Seilbahnen beschädigt sind ?Würde mich sehr über eine Antwort freuen. Karin Walkowiak

Antwort der Redaktion: am Rande des Botanischen Gartens hat es offenbar gebrannt, der Garten wurde jedoch schon am Samstag wieder geöffnet! Der Tropische Garten Monte ist nicht betroffen und ist geöffnet.

Tobias 14.08.2016 11:09

@ Madeira-Zeitung: Vielen Dank für die Berichte und Informationen während der letzten Tage. Hoffen wir, dass es das nun mit den Bränden gewesen ist und die Winde sie nicht wieder anfachen.

Fritz 13.08.2016 14:18

Zu Ihrer Berichterstattung im Klartext:

War es das jetzt? Wie geht es weiter? Niemand kann diese Frage beantworten. Urlauber, die sich fragen, ob sie in der kommenden Woche anreisen sollen oder nicht, stehen vor einer schwierigen Entscheidung.

Diese 3 Sätze hätten Sie sich sparen können, denn diese sind nicht gerade aufmuntert und fördernd für den Tourismus, den Madeira so notwendig hat. Es wäre vielmehr angebracht gewesen, dass Sie alle Residenten, Haus- und Wohnungsbesitzer zur Solidarität aufgerufen hätten, dass diese mit Geld- und Sachspenden den vom Brand betroffenen Bewohnern ein wenig deren Not lindern. Eine Veröffentlichung des Spendenkontos der Caritas wie z.Bsp. bei der Bank Caixa Geral de Deposito wäre hier sehr angebracht.

Es wird sich zeigen, ob Ihre Internetzeitung für Urlauber und Residenten wirklich "unabhängig" ist und dieser Kommentar unzensiert veröffentlich wird.

Antwort der Redaktion: Gern veröffenlichen wir diesen anonymen Leserbrief.

Die Verfasserin antwortet:
Ich persönlich habe Probleme mit den vielen Veröffentlichungen der letzten beiden Tage, in denen es heisst: "alles vorbei - Sie können Urlaub machen wie immer". Das enstpricht nämlich auch nicht der Wahrheit. Die Urlauber müssen selbst entscheiden, und dazu brauchen sie Informationen.
Was das Spendenkoto angeht: Aus der Überschwemmungskatastrophe 2010 habe ich gelernt, dass die schnellen Spenden nicht immer da angekommen sind, wofür sie gegeben wurde. Etwas mehr Ruhe und etwas weniger Tempo helfen oft mehr, wenn sich effektive Strukturen bilden sollen, die den Betroffenen wirklich helfen.

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