Waldbrand
Foto: feuerwehrmagazin.de

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Brände auf der Insel

9. August 2016

Die traurige Seite des Bilderbuchsommers

sts - Fast in jedem Jahr brennt es auf Madeira im August und September. Sonne und Wind, viele Wochen angenehm warme Temperaturen sorgen für eine wachsende Austrocknung der Wälder und der landwirtschaftlichen Flächen. Jedem Naturfreund wird es schwer zu sehen, wie der Wald brennt. Jahrzehnte brauchen die neuen Bäume, um so groß zu werden, auch wenn die Natur sich auf Madeira sehr schnell erholt.

Seit dem 8. August gibt es in Funchal, im Ortsteil Sao Roque, einen gefährlichen Großbrand. Dieser Brand wurde gelegt und der Täter bereits verhaftet - davon wird der Brand allerdings nicht gelöscht. Gefährlich ist es, weil das Feuer sehr nah an die Bebauung der Stadt heranreicht. Ein großes Krankenhaus und viele Familien aus diesem Stadtteil mussten evakuiert werden. Auch auf dem Land, in Machico, in Ponta do Sol und in Ribeira Brava hat es in den Bergen gebrannt. Alle Brände waren schon am Dienstag Abend laut Aussage der Feuerwehr unter Kontrolle. Das bedeutet, dort brennt es vielleicht noch eine Weile weiter, aber unter der erfahrenen Aufsicht der Feuerwehr. Trotzdem haben Einheimische und Touristen unter den Auswirkungen noch zu leiden: die Wolken, die das Sonnenlicht anders filtern, sorgen für ein ungewohntes Licht, Terrassen und Balkone sind voller Asche-Teilchen.

Viele Feriengäste fragen sich, ob sie in dieser Situation ihre Ferien-Aktivitäten ändern müssen.

Die Tourismus-Behörde von Funchal und erfahrene Wanderführerinnen und Wanderführer aus dem Raum Calheta gaben heute einige Ratschläge für die Urlauber:
Bitte machen Sie unter keinen Umständen irgend eine Art von Feuer, bitte grillen Sie jetzt nicht, bitte passen Sie sehr genau auf, dass Sie Zigarettenreste oder ausgeblasene Streichhölzer nirgendwo draußen fallen oder liegen lassen. Kleinste Funken können in getrockneten Pflanzenresten schnell ein Feuer auslösen.
Beim Wandern sind Sie auf den Levadawegen sicherer als im Gebirge. An der Levada können Sie schon beim Ankommen schnell einen Brand im Wandergebiet wahrnehmen. Wenn nicht (also derzeit bei mehr als 90 Prozent der Levadas) - nur los! Im Gebirge ist wegen der steilen und tief eingeschnittenen Täler die Situation schwerer zu überblicken. Die Wanderführer empfehlen darum, derzeit keine größeren Gebirgswanderungen zu unternehmen, bis sich die Situation beruhigt hat.
„Lassen Sie stets Ihren gesunden Menschenverstand walten, bringen Sie sich nicht in Gefahr - aber seien Sie auch nicht zu bange“, beruhigt und ermutigte Wanderführer M. am Dienstag morgen seine Wandergruppe.
Folgende Straßen sind derzeit gesperrt:
Straße von der Autobahnabfahrt Monte (ab Funchal) über Monte zum Poiso-Pass - der Pico Arieiro ist also im Moment nur von Camacha aus oder von Norden her erreichbar.
Straße von Santo da Serra nach Portela bis nach Porto da Cruz
Straße von Canhas (oberhalb Ponta do Sol) zum Paul da Serra - überall auf dem Paul da Serra bitte Obacht geben.
Die Straßenverhältnisse können sich ändern. Am einfachsten ist es, eine Wander-Alternative zu planen und bei einer Straßensperrung die Alternative zu wählen. Ebenso können Urlauber in der Hotel-Rezeption oder bei Einheimischen nachfragen, wie die Situation sich entwickelt.

Leserbriefe

Rolf Friedrich 14.08.2016 16:48

Wir waren dieses Jahr zum 12. Mal auf Madeira und sie ist wie W.S. sagt "wie unser 2. Zuhause".
Überall werden in den Urlaubsgebieten "Kurbeiträge"erhoben. Kann man das hier nicht auch mal in angemessener Höhe, z.B. 5€/Tag, machen?
Wie wäre es mit einem vertrauenswürdigen Spendenkonto für die Betroffenen und die vielen Helfer? Manch Betroffener mag ja eine Versicherung haben, die unterbezahlten oder sogar nicht bezahlten Feuerwehrangestellten, die ihr Leben riskieren, brauchen wirklich mal die Unterstützung der Urlaubergemeinschaft.

André Muss 11.08.2016 20:16

Wir sind tief betroffen und schockiert darüber was zur Zeit auf Madeira, unserer Insel an die wir unser Herz verloren haben, passiert! Nur kurze Zeit nach unserer wundervollen Zeit dort nun diese Bilder machen uns zutiefst traurig. Wir hoffen sehr, dass alles bald wieder unter Kontrolle ist und die Sonne die Farben dieser wunderschönen Insel wieder erstrahlen lässt.

Waldemar Schober 10.08.2016 20:52

Wir lieben Madeira wie unser Zuhause,
es ist entsetzlich und ein Verbrechen gegen diese wunderbare Insel und eine lange dauernde Wunde für die schöne Insel. Trotz des äußerlichen Ansicht das es sehr gut situiert aussieht ist die Insel keinesfalls reich und auf alle Europäer angewiesen ob durch Geld und hauptsächlich durch den Tourismus und die vielen Gäste.
Ich hoffe das endlich einmal die Feuerwehr auf deutschen Standart reformiert wird - wenn nicht anders dann durch EU - Mittel und Spenden, denn Europa ist kein Armenhaus.

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