Viele waren sauer auf EasyJet

19. April 2016

Möglicherweise war es gar nicht so schlimm

eins - Die Billig-Flieger EasyJet und Ryan Air liegen absolut im Trend. Aber wo eben möglich, beziehen sie Prügel von Gegnern des Billigangebots. Ryan Air fliegt Madeira noch nicht an („Wir haben keine geeigneten Piloten für die schwierige Landung“). Dafür bekommt EasyJet das Fett doppelt ab. Jetzt von Dutzenden Passagieren, die am Freitag, den 15. April, auf der Strecke blieben. Die Regionalzeitung „Diário de Notícias“, die über die Empörung der Passagiere berichtete, veröffentlichte nun eine Gegendarstellung in Form eines Leserbriefs, die ein ganz anderes Licht auf die Geschehnisse wirft.

Die Chronologie ist unbestritten. Nach drei vergeblichen Landeversuchen auf Madeira (Grund: starke Windböen) dreht die aus London kommende Maschine ab, um gegen 12Uhr30 auf der langen Landebahn der Nachbarinsel Porto Santo aufzusetzen. Die Passagiere müssen dreißig Minuten in der Kabine verharren. „Sie boten uns kein Wasser an. Den Kindern keinen Kuchen. Und es war sogar eine Schwangere an Bord!“ So zitiert die madeirensische Regionalzeitung einige Passagiere, die sich allein gelassen fühlten. „Auf Madeira ist heute keine Landung mehr möglich. Entweder also zurück mit uns nach London, oder raus auf eigene Verantwortung“, soll nach Aussage einer Passagierin die Gesellschaft dann gesagt haben. Mehr als fünfzig Passagiere stiegen aus und mußten - ohne irgendeinen Verpflegungsgutschein seitens EasyJet - zusehen, wie sie wieder zu Kräften und rüber nach Madeira kommen. Das ist skandalös. Aber war es wirklich so brutal?

In einem Leserbrief meldet sich am 18. April ein Passagier zu Wort. António Quintal schreibt, dass der Kapitän der Maschine vor dem Rückflug nach London die Lage erklärt hat. Es seien nicht genügend Hotelzimmer auf Porto Santo verfügbar, sodass eine Übernachtung ausfiel. Wer den Rückflug nach London antritt, bekomme eine Hotelübernachtung auf Kosten von EasyJet und die Möglichkeit, anderntags im gleichen Flugzeug nach Madeira zu fliegen. Der Leserbriefschreiber hat zusammen mit drei weiteren Familienmitgliedern von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Von der Übernachtung mit Frühstück im Fünf-Sterne-Hotel Hilton Gatwick war man äußerst angetan und erreichte tags drauf Madeira ohne irgend ein Problem.

Soweit der Leserbrief. Diejenigen aber, die ausgestiegen waren, sind bitter böse. Denn ihnen hat Easy Jet die kalte Schulter gezeigt. Es dauerte eine Stunde, bis sie ihr Gepäck erhielten, dann mussten sie auf der kleinen Insel lange auf den Taxitransport in die Stadt warten und dort noch Tickets für die Fähre kaufen. Diese brach erst am späten Abend nach Madeira auf. Sicherlich wäre es möglich gewesen, für eine so kleine Zahl von Passagieren Hotelzimmer zur Übernachtung zu buchen. Aber muss eine Fluggesellschaft bei widrigen Wetterumständen, die Komplikationen auf der ganzen Linie bereiten, auch noch in Alternativen agieren?

Leserbriefe

bruno.heiss 15.05.2016 20:55

Ich war mit meiner Fr. mehrmals auf der schönen Insel Madeira, würde gerne mit einem Schiff wieder kommen! Bruno Heiss, Deutschland.

HansJürgen Windisch 28.04.2016 19:03

Liebe Madeirenser,
wir kommen im Mai das erste Mal nach Madeira.Es scheint viele Sehenswürdigkeiten zu geben. Deahalb möchten wir öfter kommen,und zwar mit der Fähre. Wir wohnen hier im Algarve ( Portimao) und wir wissen von vielen Leuten hier, die ebenfalls per Fähre kommen möchten.Also Madeirenser bittet eure Regierung eine Entscheidung für den Fährbetrieb zu treffen.
Danke, bis zum 15.Mai. Hans Jürgen Windisch und Frau

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