Straßen-Engel

6. April 2016

Bleibste liegen, kommen sie sofort

eins - Eine Panne auf der Autobahn oder Schnellstraße ist dramatisch. Besonders wenn die Autobahn – wie in Madeira - keinen Randstreifen besitzt. Aufgewühlt wählst du die Nummer für schnelle Hilfe, die entlang der Strecken auf Plakaten zu lesen ist. Im Nu sind sie bei dir, die Engel der Madeira-Straßen. Kostenlos sichern sie deinen Wagen ab und machen ihn möglichst wieder flott. Das ist Wohlfahrt im besten Sinn.

Die Engel-Idee kennen wir vom ADAC in Deutschland. Die Hilfe in Deutschland kostet aber den Autofahrer. In Madeira bezahlt sie der Staat. Die hochverschuldete Insel hat mit zwei Privatfirmen Verträge über den Pannenschutz geschlossen, die so großzügig angelegt sind, dass mittlerweile Staatsschulden von mehr als einer Milliarde Euro entstanden sind. Die Service-Verträge laufen bis 2029 mit verschieden gestaffelten Jahresbeiträgen. 2019 ist das Jahr mit dem höchsten Beitrag. Da fallen staatliche Zahlungen von 135 Millionen Euro an. Niemand weiß, woher das Geld kommen soll?

Warum übernimmt sich eine finanziell gebeutelte Region zielstrebig? Liegt der in Madeira übermächtigen Sozialdemokratie die wohlbehaltene Fahrt der Bürger so am Herzen? Ist es die Idee eines Sozialismus, in dem jeder ungebremst vorwärts kommen soll? Die Antwort auf die Fragen ernüchtert. Der Jahrzehnte lange Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Regionalparlament ist gleichzeitig potenter Unternehmer, der Profit versprechende Entscheidungen der Regierung auf seine Mühlen zu lenken weiß. Jaime Ramos besitzt die beiden Firmen Vialitoral und Viaexpresso, die auch die Pannenfahrzeuge bereit stellen. Wie es scheint, macht er mit der Engel-Idee ein gutes Geschäft.

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