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Die Jagd hat begonnen

24. Februar 2016

Rathäuser sind hinter nicht registrierten Ferienunterkünften her

eins - In jedem Rathaus sitzt derzeit jemand vor dem Computer und gleicht die Unterkunftslisten, die von der nationalen Tourismusbehörde erstellt wurden, mit den im Verwaltungsbezirk amtlich registrierten Ferienunterkünften ab. Da hört man dann Ausrufe wie: „Ach nee! Die Rosa bietet doch tatsächlich ihr Gartenhäuschen als Ferienwohnung an....“ Senhora Rosa macht das international ganz öffentlich, nämlich im World Wide Web, national aber klammheimlich, ohne eine Lizenz zu besitzen und ohne Steuern zu bezahlen. Demnächst wird sie wohl Besuch bekommen von den Inspektoren der Tourismusbehörde.

Auf Madeira werden um die vierhundert Ferienhäuser und -wohnungen angeboten, die keine Lizenz vorlegen können. So lautet im Klartext, was Eduardo Jesus wortreich und verklausuliert gegenüber der Presse erklärte. Der Tourismus-Dezernent der Regionalregierung hob hervor, dass der Wille zur Kooperation mit den Behörden bei den Privatanbietern gewachsen sei. Im September vergangenen Jahres waren nur 150 Ferienhäuser oder – wohnungen registriert. Aktuell seien es bereits 600. Bei den restlichen 400 müsse man nun behördlicherseits nachkarten. Die portugiesische Staatssekretärin, Ana Mendes, hat Ende Februar eine „Aktion strikter Überprüfung“ angekündigt. Und keinen Zweifel daran gelassen, dass der portugiesische Staat es diesmal ernst meint.

Da Portugal durch den Zusammenbruch der staatseigenen Banif-Bank wieder in Geldnot gekommen ist, sucht das Land penibel nach zusätzlichen Einnahmequellen. Hiervon dürften auch diejenigen Mietwagen-Anbieter betroffen sein, die ihr Geschäft ganz auf eigene Faust betreiben. Die gesetzlichen Auflagen für Mietwagenverleih sind hoch gehängt. Man muss als Firma eine Flotte von mindestens zwanzig neuwertigen und vollkasko-versicherten Fahrzeugen vorhalten. Einige Autobesitzer verdienen sich ein Zubrot, in dem sie ihre privaten Fahrzeuge unter der Hand vermieten. „Bei Polizeikontrollen müsst Ihr sagen, ich bin Euer Freund,“ verlangt man von den gutgläubigen Mietern, die nicht wissen, dass ihr Ferienauto gar nicht vollkasko-versichert ist. Von solch windigen Geschichten ist abzuraten, da bei einer Razzia derjenige, der mit dem illegalen Vermieter nach eigener Aussage „gut Freund“ ist, selbst mit drin hängt.

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