Porto Santo

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Porto Santo verwaist

19. Dezember 2015

Leere, Stille, Einsamkeit

sts - Seit November ist es wieder leer auf Porto Santo. Daran ändert auch die Maschine aus Italien nichts, die noch regelmäßig Feriengäste bringt, und auch nicht die vielen sportlichen Events, die Athleten zum Minimarathon oder zum Paddel-Turnier bringen Viel Platz am Frühstücksbuffet, die Strandbars weitgehend geschlossen, keine Menschenseele auf dem Dorfplatz, und am Kai nur ein unermüdlicher Angler.

Wer am Strand spazieren geht, sieht einen entgegenkommenden Wanderer schon von weitem. Aus einem schwarzen, unklaren Strich wird im Laufe von fünfzehn Minuten ein Mensch. Man grüßt sich freundlich, vielleicht ist es ja der einzige Mensch, der einem heute am Strand begegnet.

„Zu Weihnachten wird das kaum anders,“ berichtet Carla, seit Jahren fest angestellt in der Rezeption eines der Strandhotels. „Es sind immer ein paar Gäste da, aber es ist doch sehr, sehr ruhig.“ - „Erst im Frühling wird das hier wieder anders, so Mitte oder Ende März“, erzählt Maria aus der Wellness-Abteilung mit melancholischem Lächeln. Man merkt den jungen Frauen an, dass sie etwas mehr Rummel bevorzugen würden.

Doch die wenigen Gäste auf der Nachbarinsel Madeiras sind dankbar für das, was sie erleben. Denn sie finden hier ein wertvolles, selten gewordenes Gut: Leere, Stille, ja Einsamkeit.

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