BANIF-Aktienhandel suspendiert

18. Dezember 2015

Die Lage der Bank ist trotzdem noch stabil

pedro - Am Donnerstag, den 17. Dezember 2015, wurde gegen 14.20 Uhr der Handel der BANIf-Aktien an der Lissaboner Börse ausgesetzt. Die Aktie hatte zuvor einen rasanten Anstieg um 43 Prozent verzeichnet. Ihr Wert lag bei 0,2 Cent.

Die aktuelle Krise der BANIF war durch eine ungenaue Nachricht des Fernsehsenders TVI ausgelöst worden. Die BANIF schwächelt seit langem, aber TVI hatte einen Kollaps prognostiziert. Daraufhin hatten unzählige Sparer ihre Einlagen zurück gefordert.
Die Europäische Kommision hat Portugal, das die BANIF in den vergangenen Jahren mit enormen Kapitalspritzen vor dem Zusammenbruch bewahrt hat, untersagt, weitere Reanimisierungen zu unternehmen. Nun will der portugiesische Staat, der 60 Prozent des Aktienkapitals hält, sich ganz heraus ziehen. Kaufinteressenten gibt es angeblich: die spanische Bank Santander und ein nordamerikanischer Fond namens Apollo.
Eine Krisensitzung zwischen der Bank von Portugal, dem portugiesischen Finanzmisterium und der Europäischen Union in den vergangenen Tagen hat Maßnahmen für den Fall beraten, daß die Bank abzustürzen beginnt. Möglicherweise handelt es sich bei der Suspension des Aktienhandels um eine solche Maßnahme.
Weiterhin ziehen Sparer ihre Geldeinlagen bei der BANIF zurück. Allerdings haben sich die Schlangen vor den Schaltern der Bank verkürzt.

ANMERKUNG DER REDAKTION, 21.12.2015

Die spanische Bank SANTANDER - TOTTA hat für läppische 150 Millionen Euro den Staatsanteil der Banif-Bank erworben. Dieser entspricht sechzig Prozent des Gesamtkapitals. Einlagen und Versicherungen, die Privatkunden bei der Banif deponiert bzw. abgeschlossen hatten, wandern nun automatisch zur Santander und unterliegen fortan den Geschäftsbedingungen der spanischen Bank.

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