"Ein Europa in Ruinen"

14. Dezember 2015

Der merkwürdige Auftritt eines Ungarn in Madeira

eins - In Frankreich ist Marine Le Pen auf dem Vormarsch. Auch wenn die rechte Nationalistin gestern noch einmal aufgehalten werden konnte, bei den Präsidentschaftswahlen wird es eng. Eine Anti-Europäerin im Elysée-Palast würde die europäische Integration in einem der beiden Machtzentren Europas nachhaltig erschüttern. Längst schon erlebt der europäische Gedanke seine Zersetzung an der Peripherie. Der größte Teil der Ostflanke Europas vertritt einen eigenbrötlerischen Nationalismus. Der Brite Cameron am anderen Ende des Gebildes schießt Giftpfeile in die Mitte. Nun taucht auf einmal ein in der Schweiz arbeitender Ungar bei einer Konferenz in Madeira auf. Womöglich um in der Südwestzone Europas zu missionieren? Was bezwecken die Gegner der Europäischen Union, wie sie aktuelle besteht? Wollen sie das Steuer herumreißen?

Bei einem Kolloquium zum Thema „Sicherheit und Verteidigung“ in Câmara de Lobos ist Gynha Csurgai aufgetreten. Der Ungar leitet das Institut für Geopolitische Studien in Genf. Die Tageszeitung Diário de Notícias druckte einen Bericht über den Auftritt des Ungarn, den wir übersetzt in Auszügen wiedergeben. Die Redaktion der Madeira-Zeitung kann sich mit den vorgetragenen Positionen nicht identifizieren. Sie dokumentiert lediglich zur Information ihrer Leserschaft darüber, welche Front sich gegen die Zentral-Achse Berlin-Paris zusammenzusetzen beginnt und wie in Portugal Sympathien dafür geweckt werden sollen.

Im Diário de Notícias steht unter der Überschrift „Ein Europa in Ruinen“ am 9. Dezember zu lesen:

„Die Situation ist schwierig“, konstatiert Gynha Csurgai angesichts des Terrors, dem man an verschiedenen Orten Europas begegnet. Er lobt den kulturellen und Studien-Austausch zwischen einzelnen Ländern, verurteilt die Einreise von mehr als 700 Tausend Emigranten aus arabischen Ländern in europäische Länder... Unter anderem beschuldigt er Deutschland, die Beherbergung von Flüchtlingen zu betreiben, um daraus ökonomischen Vorteil und billige Arbeitskräfte zu gewinnen, aber die Individuen, die es aufnimmt, nicht zu integrieren.

Hinsichtlich des Vertrages von Schengen, der aus einer Politik der Öffnung der Grenzen und der freien Zirkulation zwischen den Unterzeichnerstaaten resultierte, äußert sich der Referent: „Das müssen wir überdenken. Viele Politiker verurteilten Ungarn, mein Vaterland, als es die Grenzen schloss. Jetzt hat Slowenien dasselbe vor. Wenn wir über Sicherheit reden, müssen wir uns klar darüber werden, dass es sehr schwierig ist, all diese Personen zu überprüfen. Europa steckt in einer tiefen Krise. Die Europäische Union kommt nicht weiter bei dieser Migrationskrise.“.....Der Referent fordert die gemäßigten Moslems auf, sich in Wort und Tat gegen den Radikalismus zu stellen. Dafür gebühren ihnen staatliche Hilfen..... Csurgai befürchtet, dass es in der Bevölkerung Gruppen geben wird, die dem islamischen Terror mit Gewalt begegnen werden, und dass unter diesen sogar Radikale Maßnahmen (!) gegen Moscheen ergreifen. „Die Gemäßigten werden darauf reagieren müssen und wir werden in eine sehr gefährliche Logik eintreten.“

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