Logo Schnitt
Ausschnitt aus dem Logo eines Ferienhaus-Anbieters

Druckansicht

Ferienhäuser rücken ins Visier

18. Oktober 2015

Die neue Regierung Madeiras kündigt Kontrollen an

eins - Registriert oder illegal? Das ist die Gretchenfrage, die die Fremdenverkehrsbehörde erneut aufgreift. Die letzte große Kampagne lief vor etwa zehn Jahren. Sie drohte den „Illegalen“ Bußgelder von 3 bis 10 Tausend Euro an und verebbte dann sang- und klanglos. Jetzt steht ein professioneller Rechnungsprüfer an der Spitze des Tourismus-Amts. Eduardo Jesus beklagt, dass dem Staat bei jeder Übernachtung im verborgenen Kämmerlein 28 Prozent Steueranteil verloren geht. Das ist nicht gerade ein Klacks. Sowohl aus der öffentlichen Perspektive gesehen als auch aus der Perspektive der Ferienhausvermieter. Doch, so heißt es offiziell, Portugal benötigt das Geld dringend zur Regulierung seiner Staatsfinanzen. Also dringt Vater Staat darauf, in allen Ferienwohnungen- und häusern dabei zu sein, wenn die Gäste zu Bett gehen – und zwar mit geöffneter Hand.

Der Tourismus-Dezernent der Regionalregierung Madeiras hat gut recherchiert. Von den 450 Ferienwohnungen und –häusern, die seine Behörde per Internet in Funchal ausfindig machen konnte, sind gerade einmal neun angemeldet. Auf die gesamte Insel verteilen sich um die 1200 private Unterkünfte, von denen nur 220 registriert sind. Die 1200 Unterkünfte stellen 4500 bis 4800 Betten bereit und machen 16 Prozent des gesamten Bettenangebots aus. Die Hoteliers klagen darüber jedes Jahr lauter, zumal der Ferienhausmarkt in Angebot und Nachfrage ständig wächst. In den vergangenen Jahren nehmen luxuriöse Ferienhaüser den Hoteliers gar die Butter vom Brot. Mit Swimming Pools im Garten, Internet-Versorgung im Haus und Satellitenschüssel auf dem Dach gehen gehobene Angebote in die individuelle Konkurrenz zum unpersönlichen Hotelstandard.
Es ist mit einer neuen Welle von Vorladungen oder Überraschungsbesuchen bei denjenigen Ferienhausbesitzern zu rechnen, die bislang nur in die eigene Tasche wirtschaften. Wer dem anschließenden Zoff durch Legalisierung zuvor kommen möchte, sollte im zuständigen Rathaus seines Verwaltungsbezirks unter Hinweis auf „alojamento local“ nach den entsprechenden Formalitäten fragen.

Leserbriefe

fritzem06 08.11.2015 18:10

Zu Kommentar der Redaktion:

Vereinzelt werden vielleicht Nachweise von der Steuerbehörde angefragt, aber werden diese auch wahrheitsgetreu beantwortet und nach geprüft? Allein in Canico leben viele Ausländer und haben dort Haus oder Wohnung, bleiben mal für 2 Monate, fliegen für ein paar Wochen zurück ins ???Heimatland??? und das Spiel wiederholt sich das ganze Jahr. Hier scheint doch einiges im Trüben zu sein. Nicht nur die Vermietungen sind zu prüfen, sondern auch die Doppelbesteuerung.

Fritzem 27.10.2015 10:31

Richtig so. Wenn ich mich entschieden habe, dass ich die meiste Zeit hier auf Madeira verbringe, mir eine Eigentumswohnung oder ein Haus deswegen gekauft habe, so habe ich mich auch den Gesetzen des Staates Portugal zu unterwerfen. Es kann nicht angehen, dass ich nach 180 Tage Daueraufenthalt für 4 Wochen in mein Heimatland zurückkehre um dann wieder auf Madeira für weitere Monate die Sonne, das milde Klima und alle anderen Vorzüge zu genießen. Und ein Hauskauf auf Madeira als Kapitalanlage um über Vermietung und Verpachtung Einkommen zu erzielen, die ich dann nicht hier versteuere, das ist Steuerhinterziehung und Betrug. Der Staat Madeira sollte prüfen, auf wenn ein Kfz hier auf der Insel zugelassen ist und einen Nachweis von allen angeblichen "Nao Residenten" einen Nachweis des Flugtickets Einreise und Abreise Madeira verlangen. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, anhand des Stromverbrauchs die Dauer der jeweiligen Anwesenheit auf Madeira der Nicht Residenten festzustellen. Seid ehrlich zu euch selbst und zahlt eure Steuern wie es sich gehört (Doppelbesteuerung Abkommen).

Kommentar der Redaktion: solche Nachweise werden seit langem von der Steuerbehörde angefragt

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.