Thunfisch bald aus Aquakultur?

24. September 2015

Innovation für den Osten Madeiras

sts - Frischer Thunfisch ist begehrt. Während Gesundheitsapostel noch über Schwermetallbelastung oder hochwertige Fettsäuren diskutieren, interessieren sich die Hobby-Köche für die Zubereitung: Ganz vorsichtig braten, damit er nicht trocken wird, und nur beim vertrauenswürdigen Händler kaufen.
Die Thunfischbestände sind extrem überfischt. Der Preis in Deutschland ist entsprechend hoch. Während auf Madeira der freundliche Fischhändler dem Ferienhausgast sieben oder acht Euro für das Kilo berechnet, muss zu Hause in Hamburg der vierfache Betrag bezahlt werden. Wie bei anderen Fischarten längst üblich, versuchen nun auch europäische Länder, den Thunfisch zu züchten. Während Japan bereits über vier Jahrzehnte Erfahrung mit Thunfisch-Zucht verfügt,machen die Europäer seit wenigen Jahren erste Schritte. Madeira geht mit.

Bereits heute werden aus Madeira in jedem Jahr schon 900 Tonnen Fisch aus Unterwasserkäfigen – Douraden nämlich - exportiert. Einige der schwimmenden Käfige sieht man gut in der Abra-Bucht südlich der Halbinsel Ponta do São Lourenço Mit Makrelen und Geißbrassen gibt es bereits vielversprechende Experimente. Nun soll der Thunfisch in die Unterwasserkäfige vor Madeira, berichtete die Tageszeitung „Diário de Notícias“ Ende September. Inselpräsident Miguel Albuquerque sehe in der Fischzucht einen wichtigen Innovationsfaktor für den Osten der Insel. Die Experimente mit dem Thunfisch in Unterwasserkäfigen sollen bald beginnen.

Großaugen-Thun und Echter Bonito werden bislang mit handbetriebenen Rutenleinen auf Madeira gefangen. Die tiefen Gewässer sind nicht sehr fischreich, und die enormen Tiefen schon in Ufernähe machen das Fischen schwierig. So sind Touristen oft erstaunt, wie wenige Fischerboote sie sehen. Keine fünfhundert, zudem eher kleinere Schiffe wurden im Jahr 2008 registriert, die meisten in Câmara de Lobos und in Caniçal.

Aquakultur ist nicht unumstritten. Gegner sprechen von Tierquälerei und von Umweltverschmutzung wegen der Konzentration der Fäkalien. Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Caniçal wird das Argument „Arbeitsplätze“ vermutlich gewichtiger sein.

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