Wasserfall
So üppig fällt das Wasser derzeit nicht den Berg hinab...Dieses Foto entstand nicht auf Madeira!

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Noch kein Wassermangel

10. August 2015

Trotz kräftiger Schauer ist die Situation offen

eins - Der Klimawandel verändert das Sommerwetter, auch auf Madeira. 2015 ist ein heißer, ungewöhnlich wolkenverhangener Sommer. Die Regenfälle von Juli und August überraschen, sind aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der große Regen fällt frühestens Ende September, meistens erst im November. Fakt ist, dass wegen der konstanten Hitze – seit Juni etwa um die 30° - in Funchal die Wasservorräte auf fünfzig Prozent gesunken sind. Schafft es die Insel, Menschen, Vieh und Pflanzen über die Runden zu retten?

Die Inselhauptstadt schluckt am meisten, denn hier leben 125.000 Einwohner – zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Darüber hinaus massiert sich die Hotelszene in Funchal. Und das bedeutet in der Sommerzeit Wasserverbrauch ohne Ende. Viele Touristen duschen bei den hohen Temperaturen zweimal am Tag. Hand- und Badetücher werden täglich gewaschen, die hoteleigenen Swimmingpools benötigen unentwegt Frischwasser-Zufuhr.

Wenn dann die Einheimischen am Wochenende zu Hause den Rasen sprengen, den Wagen waschen und nach Grillparties das Geschirr reinigen, fließt in den höher gelegenen Zonen Funchals das Wasser spärlich aus den Hähnen. Der Druck lässt nach, weil in der City unten bedenkenlos Wasserschlachten geschlagen werden. Die Regionalzeitung veröffentlichte bereits Tipps zum Wassersparen. Aber die Stadtväter und – mütter von Funchal sagen „Kein Grund zur Beunruhigung.“

Auf dem Land sieht es anders aus. Da war ein heißer Sommer noch nie ein Grund für Wassermangel. Eher sind es die sturmflutartigen Regenfälle zur Weihnachtszeit, die noch immer Probleme bereiten: Sie haben Wasserleitungen zerbersten lassen, sodass sich zweimal in den vergangenen zwanzig Jahren Feriengäste über Weihnachten mit 5-Liter-Kanistern aus dem Supermarkt behelfen mussten. Zum Glück gab es genügend Wein und Bier, um das Fest gebührend zu feiern. Und genau so ist es auch in dem heißen Sommer in diesem Jahr. Die Kühlaggregate der Supermärkte funktionieren bestens, sodass kalte Getränke ohne Engpass erhältlich sind. Falls es doch noch zu einer Verknappung von Wasser kommen solle, für wohlhabende Hedonisten gibt es genügend Sekt, um darin zu baden.

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