Madeiras Uhren gehen falsch

20. Juni 2015

Wann setze ich den Hut auf und reibe mir die Nasenspitze ein? Zum Sommeranfang haben unsere Berichterstatter nachgerechnet

sts/eins  - „Zwischen 11 und 15 Uhr die Sonne meiden,“ wird der deutsche Urlauber vor den Ferien informiert. In Madeira trifft das nicht zu. Hier muss es heißen: zwischen 12 Uhr und 16 Uhr.

Würde man streng nach geographischen Maßstäben vorgehen, hätten beispielsweise die Franzosen zwei verschiedenen Uhrzeiten in ihrem Land. Wenn zum Abendessen in der Champagne die Sektkorken knallten, wären die Bauern in der Normandie noch draußen bei der Apfelernte. Das zentralistische Frankreich besteht selbstverständlich auf der Geltung der Pariser Zeitansage in seinem europäischen Territorium und könnte nicht akzeptieren, wenn seiner Westküste die Ortszeit von London aufgedrückt würde. Auch Portugal ist auf seine nationale Einheit bedacht. Madeira wurde an die Ortszeit von Lissabon angeschlossen. Diese Konzession an nationale Interessen hat Konsequenzen für den Sonnenschutz.

Früher war es noch so, dass die Sonne um 12 Uhr am höchsten am Himmel stand und genau im Süden. Mit der Einführung der Sommerzeit erreicht die Sonne ihren Zenit erst um 13 Uhr. Wenn also in Hamburg oder München die Mittagspause auf dem Bau beginnt, ist eigentlich noch Vor-Mittag. Auch auf Madeira lassen zwar die Bauarbeiter ebenfalls den Hammer fallen, wenn die Kirchturm-Uhr zwölfmal schlägt, der Sonnenstand lädt aber eher zur Frühstückspause ein.Erst zwei Stunden später steht die Sonne an ihrem höchsten Punkt und genau im Süden, um 14 Uhr. Die Sonne über Madeira schlägt der Zeitzoneneinteilung ein Schnippchen, weil sie eben von nationalen Interessen manipuliert wird.

Darum weist Madeira-Urlauberin Sabine V., Gesundheitswissenschaftlerin, darauf hin:
„Die stärkste Sonneneinstrahlung auf Madeira ist um 14 Uhr herum zu erwarten. “
Dann nämlich steht die Sonne hoch am Himmel. „Tüchtig Sonnenschutz auf die Haut auftragen, Strohhüte, Kappen und andere Kopfbedeckungen auf jeden Fall bis zum Nachmittag, sind nützlich. Am besten ist es, am Vormittag oder erst am Abend an den Strand zu gehen.“ „Und Achtung“, warnt Sabine V.: „Die Wolken, die sich um diese Zeit auf der Insel manchmal vor die Sonne schieben, täuschen: sie behindern die intensive Strahlung nicht wirklich. Ein bedeckter Himmel auf Madeira schützt sicher nicht vor Sonnenbrand."

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