Portos Santos fetter Sommer

12. Juni 2015

Nach jahrelangem Missmut endlich Grund zur Zuversicht

eins - Unser Leser Horst Koschig aus Munster in der Lüneburger Heide regte einen Artikel über neue Direktverbindungen nach Porto Santo an, einer Insel auf der Höhe von Casablanca. Mit Dank entsprechen wir dieser Anregung.

Volle Strände, klingende Kassen schon im Juni. Das verheißt sonnige Aussichten für Madeiras kleine Nachbarinsel. Porto Santo war gebeutelt, als das nationale Finanzdesaster („Portugal unterm Rettungsschirm“) selbst den Stammkunden aus Madeira ihren Jahresurlaub am vierzig Kilometer entfernt gelegenen „Goldstrand“ unbezahlbar machte. Doch jetzt sind viele aufs Neue da. Aus Madeira, aber auch zahlreiche Flugreisende von den neuen, wöchentlichen Direktflügen aus Europa.

Das gab es noch nie. Drei Direktflüge aus England, zwei aus Spanien und jeweils einer aus Italien, Deutschland und Festland Portugal. Den ganzen Sommer lang schicken die Germania Air und Thomson Airways, britische TUI-Tochter, wöchentlich Flieger nach Porto Santo. Aus Düsseldorf,London, Manchester und Birmingham, zusammen mit den wöchentlichen Direktflügen aus Lissabon, Madrid, Santiago de Compostela und Mailand, erhofft man sich, in 2015 etwa dreißigtausend Passagiere am großen Flughafen von Porto Santo landen zu sehen. Das wäre eine Steigerung von fast 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Elf Prozent mehr Flugzeuge werden auf dem Flughafen starten und landen.

Die 5000 Bewohner der winzigen Insel jubilieren insgeheim, falls sie nicht angesichts des Notstands in den vergangenen Jahren schon emigriert sind. Die Strände füllen sich, Restaurants und Cafés laufen auf Hochtouren, auch die Hotels sind gut belegt. Auf den Straßen und Plätzen trifft man Touristen aus aller Herren Länder. Besonders viele junge Familien mit kleinen Kindern sind zu beobachten. Der Strandurlaub ist ideal für sie.Und wenn man bedenkt, dass Hotelunterkunft, Essen und Trinken im Restaurant entschieden billiger sind als an Nord- und Ostsee, schlägt der Urlaub trotz Flugkosten nicht wesentlich höher zu Buche als in Scheveningen oder Timmendorf.

Selbst die Verleiher der kleinen Elektroautos von Renault machen ein blühendes Geschäft. Der Zweisitzer ist das ideale Sommerauto für Porto Santo. Man sitzt darin hintereinander wie in einem einmotorigen Flugzeug aus der Pionierzeit der Luftfahrt. Fahrer(in) und Beifahrer(in) setzen dementsprechend oft ein Pionier-Gesicht auf, wenn sie mit ihrem kleinen Gefährt alle Winkel der Insel erkunden. Und so sieht man auf den Straßen - was man in Mitteleuropa eher vermisst - lauter zufriedene Gesichter. Am Strand wird sowieso gelacht. Denn der Sommer auf Porto Santo ist schön, und die Wellen des kristallklaren Ozeans reißen die Urlauber aus ihrem Alltag heraus.

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