Schwarz-weiße Kunst zu unseren Füßen

13. April 2015

Der Calçada Portuguesa begegnet man auf Schritt und Tritt

sts/oto - Niemand kann das in Europa so gut wie die Portugiesen. Darum werden für diese speziellen Pflasterarbeiten europaweit portugiesische Arbeiter angeheuert. Für das „portugiesische Pflaster“ benötigt man körperliche Stärke und Ausdauer, viel Geduld und auch Kreativität.

Es ist ein überdimensioniertes Mosaik, das die Bauarbeiter da verlegen, bestehend aus schwarzen und aus weißen Pflastersteinen. Jeder Stein hat eine Kantenlänge von drei bis fünf Zentimetern. Meist sind die Steine quadratisch, manchmal auch rechteckig oder ungleichmäßig viereckig. Daraus entstehen schlichte schwarz-weiße Muster: Schwarzer Platz mit weißem Rand. Oder man legt kunstvolle Ornamente, malt mit den Steinen religiöse Bilder oder konstruiert sogar optische Täuschungen. Lebendige Wellenmuster auf dem Rathausplatz in Funchal, ein springender Fisch an der Promenade in Santa Cruz, eine Rosette am Eingang zur Kirche von Ponta do Pargo,
Ein Bauarbeiter aus Ponta do Sol ließ sich bei der Arbeit zusehen: Die Steine werden in zwei großen Haufen abgelegt. Der Platz wird mit senkrecht und waagerecht verspannten Fäden abgegrenzt und mit einem trockenen Sand-Gemisch ausgelegt. Moderne Handwerker benutzen ein Gemisch aus Sand und Zement, das längere Zeit hält. Der Arbeiter sitzt  mitten in dem zukünftigen Mosaik-Feld. Mit einem Hammer schlägt er jeden einzelne Stein an seinem Ort ein. Damit der Stein nicht zerschlagen wird und alle Steine schliesslich dieselbe Höhe haben, legt der Meister ein Holzbrett auf den je einzuschlagenden Stein. Das dauert geraume Zeit. Wenn Platz, Fußweg oder Gasse endlich fertig ist, wird eine Schicht Sand darüber gefegt, um auch die letzten Lücken zwischen den Steinen zu stopfen. Dann muss alles erst einmal ruhen. In dieser Phase muss das neue Pflaster feucht gehalten werden. Erst nach einer Woche wird es mit reichlich Wasser gesäubert und ist fortan belastbar.

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