Terrassen
Verfallende Terrassen in einem steilen Tal bei Prazeres - in der Umgebung wurden schon viele Terrassen wieder hergerichtet

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Der Landwirtschaft geht's rosig

3. April 2015

Produktionssteigerung von 69 Prozent in 13 Jahren

eins - „Wovon leben eigentlich die Leute hier?“ fragen Besucher Madeiras häufig. Tourismus, Freihandelszone, Fischerei, Handwerk und Handel sind Einnahmequellen. Außerdem sitzen unzählige Bedienstete in Rathäusern, Finanzämtern und anderen Behörden herum – wenn nicht gerade Brückentag ist. Im Zuge steigender Arbeitslosenzahlen entdecken viele Madeirenser die Landwirtschaft wieder. Da wird dann richtig hart gearbeitet.

Fast jede Familie, die auf dem Land lebt, besitzt einen Acker. Oft ist im Laufe der Jahre Brachland daraus geworden. Die Jungen wollten nicht mehr in der Erde wühlen. Diese Einstellung hat sich kräftig gewandelt. Wer fleißig ist, kann mit der Landwirtschaft über die Runden kommen. Meist packen die Frauen mit an, auch die Kinder. Landarbeit ist auf Madeira ein Familienbetrieb.. Die Europäische Union schüttet Fördermittel zur Entwicklung des ländlichen Raumes aus. Pro Hektar erhalten madeirensische Landwirte jährlich durchschnittlich 3800 Euro Unterstützung von der öffentlichen Hand. Das ist weit mehr als anderswo. In Mitteleuropa liegt der Vergleichswert bei 245 Euro und in Festlandportugal sogar nur bei 205 Euro.
Im März war Anonaernte. Diese süße Frucht, die auch Paradiesapfel oder Cherimoya heißt, exportierte Madeira in 2013 in einer Größenordnung von 37 Tonnen, 2014 waren es 71 Tonnen, und für das laufende Jahr sind 110 Tonnen vorher gesagt. Derart geht es es in fast allen Bereichen der Landwirtschaft, insbesondere mit den süßen kleinen Bananen, die bei reichlich Wasser und Sonne der Exportschlager Madeiras sind.
Die EU hat die Antragsstellung für Landwirte vereinfacht, so dass man leichter an die Fördermittel kommt. Demzufolge ist zu erwarten, dass die Zahl derer, die aufs Land zurück kehren, weiter anwachsen wird. Landwirtschaft ernährt nicht nur hungrige Mäuler, sie hilft auch, die Bodenerosion zurück zu drängen, weil bearbeitete und regelmäßig bewässerte Erde nicht austrocknet.

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