Ribeira João Gomes
Diese Autobahnbrücke überspannt das tief eingschnittene Tal der Ribeira de João Gomes
Flussmündungen Funchal
Alles Beton: die neue Mündung der beiden Flüsse im Stadtzentrum

Druckansicht

Sorge vor dem grossen Regen

17. Februar 2015

Zusammenlegung der Flussmündungen erntet Kritik

pedro - Die großen Baustellen in Funchal verschwinden. Der neue Kreuzfahrtkai wird bald fertig sein. Wer daran entlang spaziert, entdeckt, was hinter dem Bauzaun am Strand in der Nähe der Markthalle liegt: die neue, künstliche Mündung der beiden östlichen Flüsse Funchals.

Zwei „Flüsse“ münden im Osten der Hauptstadt ins Meer. Die Ribeira de Santa Luzia, die östlich von Monte fließt, und die Ribeira de João Gomes, die das tiefe Tal geschaffen hat, dass heute von der monumentalen Autobahnbrücke hinter dem Botanischen Garten überspannt wird. Wer bei dem Wort „Ribeira“ einen deutschen Fluss wie den Rhein, die Elbe oder doch wenigstens die Mosel im Kopf hat, macht sich allerdings ein falsches Bild. An einem gewöhnlichen Januartag sieht man in einem enormen, betonierten Flussbett von mehreren Metern Tiefe und Breite nur ein bisschen Wasser plätschern, und selbst nach einem größeren Regen übertönt das Rauschen kaum den Straßenlärm.
Ganz anders jedoch nach ausdauernden Regenfällen, wie sie im Winter und bis in den Frühling hinein auf Madeira vorkommen. Dann ist das betonierte Becken ausgefüllt.

Die Mündungen der beiden „Flüsse“ wurden zusammengelegt. Ein tiefer und breiter Kanal leitet das Wasser ins Meer hinaus. „Das wird schief gehen,“ mutmaßt ein alter Lehrer aus Funchal. „Und darauf werden wir nicht lange warten müssen, Südwestwind mit Regen haben wir in jedem Winter.“
Denn was passiert, wenn der Wind vom Meer kommt? Schon bei windstillem Wetter flutet das Meer bis zu 20 m in die Mündung hinein. Im Extremfall – Wind aus Südwest, hohe Wellen und große Niederschlagsmengen - prallen zwei heftig gegeneinander drückende Wassermassen auf einander - und brechen sich nach oben Bahn. Lebensgefährlich wird das für Personen, die zu einem solchen Zeitpunkt am Ufer oder auf der Brücke stehen. Und auch die Autos und Busse, die auf dem breiten Platz unterwegs sind, sind in Gefahr. „Was die Stadtplaner sich dabei gedacht haben, ich verstehe es nicht,“ meint Anne E., die seit Jahrzehnten in Madeiras Hauptstadt lebt. Bleibt die zaghafte Hoffnung, dass die Unkenrufe in die Irre gehen.

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.