Für giftfreie Landwirtschaft

14. Februar 2015

Eine portugiesische Kampgane will die Verwendung von Pestiziden im Land reduzieren

eins - In Madeira ist São Vicente der einzige Landkreis, die der Kampagne „Gemeinden ohne Glyphosat“ beigetreten ist. Glyphosat ist ein Breitbandherbizid, ein Unkrautvernichtungsmittel also, das gegen viele verschiedene Unkräuter gleichermaßen wirkt. Aus Sicht des Landwirtes durchaus erwünscht, denn der Ertrag bei der Ernte ist höher.

Langfristig ist die Wirkung jedoch verheerend, weil mit dem Herbizid alles Kraut vernichtet wird – und damit die Lebensgrundlage für vielerlei Vögel, Insekten, Spinnen, Schnecken – die ihrerseits von Vögeln und Kleintieren gefressen werden.
Während Hersteller und Befürworter betonen, dass das Produkt sich in Nutztieren nicht sonderlich anreichert und die Toxizität eher gering ist, kritisieren Naturschützer, dass das Produkt vor allem für Amphipien (auf Madeira also den weit verbreiteten „Iberischen Wasserfrosch“) bedenklich ist. Sie fürchten auch eine Aufnahme in den menschlichen Organismus, eventuell über den Darm (beim Verzehr der Pflanzen, die mit Glyphosat behandelt wurden). Das Präparat schädige Embryonen und könne Krebs auslösen. Der BUND für Umwelt und Naturschutz kämpft seit über einem Jahr gegen die Verwendung von Glyphosat in Deutschland.
Die portugiesische Umweltorganisation Quercus hatte die Kampagne im März vergangenen Jahres lanciert. Sie bezweckt, dass Gemeinden auf die Giftspritze bei der Bekämpfung von Unkraut freiwillig verzichten und alternative Methoden verfolgen. Bislang konnten sich portugalweit zwölf Gemeinden für die Teilnahme an der Kampagne entscheiden. Der mangelnde Zuspruch dokumentiert, wie weit das Krisenland Portugal der Idee des Umweltschutzes in Westeuropa noch hinterherhinkt – von löblichen Ausnahmen abgesehen.

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