neuer Kreuzfahrt-Kai Funchal
Großzügige Anlagen am neuen Kai

Druckansicht

Funchals neue Hafenpromenade

28. Januar 2015

Der Rest des hässlichen Metallzauns verschwindet im März

eins - Länger als zwei Jahre war die Promenade vor Madeiras Vorzeigehafen eingezäunt. Hinter dem Metallzaun hörte man Presslufthämmer, Raupen und Betonmischer wüten. Ende 2014 fiel der größte Teil der Absperrung und gab den Weg frei auf großzügige Anlagen am Meer entlang. Im März 2015 soll der letzte Bauabschnitt fertig gestellt sein. Es handelt sich dabei um einen weiteren Anleger für Kreuzfahrt-Reisen. Bitter für die ohnehin klamme Inselregierung ist die Verteuerung der Abschlussarbeiten um 1,7 Millionen Euro. In Regierungskreisen fragt man sich: Woher nehmen und nicht stehlen?

Die Rechnung war ganz einfach. Für den Gesamtumfang der Neustrukturierung der Hafenzone veranschlagte die Inselregierung 17,9 Millionen Euro. Sie selbst brauchte „nur“ 2,7 Millionen aufzubringen. Der Rest entstammte europäischen Förderprogrammen.
Nun wird es letztendlich teurer. Aber die Frage: „Darf es ein bisschen mehr sein?“ wird in Brüssel sicher mit Kopfschütteln beantwortet. Dafür werden alsbald Einnahmen aus dem Kreuzfahrttourismus die Mehrausgaben kompensieren. Die Hafenbehörde von Funchal hat mit ihren vier Liegeplätzen regelmäßig Anfragen für die Einquartierung von Schiffsriesen aus Kapazitätsgründen ablehnen müssen. Bei jedem abgelehnten Tagesaufenthalt eines Kreuzfahrtschiffes gehen der Insel ca. zweihunderttausend Euro durch die Lappen. Der fünfte Kai ist eine wirtschaftliche Option, die sich auszahlen wird.
Gleichzeitig auch der Versuch, aus der Not eine Tugend zu machen. Denn das eigentliche Problem war der riesige Abraum, der nach dem großen Unwetter vom Februar 2010 aus den Fluss-Betten auf den Streifen vor Funchals Promenade gekippt worden war. Damit wusste niemand etwas anzufangen - bis die Idee aufkam, das Geröll zuzubetonieren und einen neuen Anleger darauf zu installieren. Es waren immense Anstrengungen nötig, im März soll der Anleger in Betrieb gehen. Dann fällt der letzte Bauzaun, und schon jetzt erfreuen sich Flaneure aller Herren Länder der schönen, ausladenden und abwechslungsreichen Promenade, die am Meer entlang führt.

Es gibt auch kritische Stimmen, die von zu viel Beton reden. Und dann gibt es da noch die ganz großen Mahner. Sie sagen, dass die Konzeption des Hafenbeckens zu knapp bemessen sei, sodass bei hohem Wellengang, der im Winter keine Seltenheit ist, die Riesenschiffe nicht hinein oder hinaus manövriert werden können. Andere sagen, dass die Mole, die die Wogen des Meeres ja beschwichtigen soll, um 150 Meter verlängert werden müsse, um ihrer Funktion gerecht zu bleiben. Die Kosten einer solchen Arbeit lägen mit Sicherheit im zweistelligen Millionenbereich. Ganz zu schweigen davon, dass für einen geraumen Bauabschnitt Kreuzfahrtschiffe Hafenverbot erhielten. Doch diejenigen, die aktuell und in naher Zukunft an der Hafenpromenade lustwandeln, soll das Gezeter der Skeptiker nicht interessieren.

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.