Krippe in Calheta

Krippe in Calheta

Druckansicht

Weihnachten am Straßenrand

24. Dezember 2014

Private Krippen mit Liebe zum Detail

sts - Wer in der Weihnachtszeit auf Madeira ist und einen Ausflug aufs Land unternimmt, trifft alle paar Kilometer auf eine Krippe. „Presépio“ steht ein Hinweisschild am Straßenrand. Neben dem Friseursalon oder in der Garagenauffahrt, häufig an einer Straßenkreuzung, findet der neugierige Besucher ein strohgedecktes Holzhaus, eine Grotte in der Felswand oder eine schlichte Wellblechhütte, geschmückt mit viel Grün, bunten Blumen und Pyramiden aus Mandarinen oder Äpfeln. Urheber sind nicht die Kirchengemeinden, sondern Privatleute, oft in kleinen Gruppen aus der Nachbarschaft.

„Als wir im August hier waren, haben wir uns immer gefragt, was das für eigenartige kleine Ställe sind, die da am Straßenrand stehen,“ erinnert sich Ralf M. aus Dinslaken. „Jetzt sind wir wieder da und haben es herausgefunden: Das sind Krippen!“ Der Mann war schon drei Mal auf Madeira, nun ist er erstmals zu Weihnachten auf der Insel. Und die vielen Krippen, an denen er mit seiner Frau unterwegs vorbeifährt, haben es ihm angetan.

In den grob zusammen gehämmerten Holzhäuschen verbirgt sich eine Darstellung der Geburt Christi mit Figuren, die zwischen 7 und 70 cm groß sind – und manchmal noch größer. Alle Figuren sind ausgerichtet auf die auch in Deutschland bekannte Krippenszene mit Maria und Josef und dem Jesuskind. Aber außer Engeln, Königen und Hirten trifft sich auf Madeira eine höchst illustre Gesellschaft an der Krippe. Bauern und Bäuerinnen in madeirensischer Kleidung mit Musikinstrumenten, Brotkorb, einem Wasserkrug auf der Schulter oder einem kleinen Kind an der Hand. Die klassische Tierwelt, bestehend aus Ochs, Esel und Schafen, erhält Unterstützung durch Enten, Hühner und Schweine. Dass die Hühner schon einmal Handstand machen oder die Enten an einem eingebauten echten Wasserlauf herunter rutschen, lässt darauf schließen, dass nicht nur Erwachsene am Krippenbau beteiligt waren. Und tatsächlich, weiß Ralf M.: „Das waren bestimmt zehn Leute, die das aufgebaut haben. Die Kinder hatten besonders viel Spaß, aber ich war erstaunt, mit wie viel Hingabe erwachsene Männer und Frauen hier Hand angelegt haben. Soviel Kleinarbeit, die vielen Blumen und Früchte schön arrangiert.“

Doch eins erstaunt den Mann vom Niederrhein besonders: „Dass die das alles so stehen lassen können! Bei uns würde doch am ersten Abend der erste Passant etwas mitgehen lassen – und nach drei Tagen wäre die halbe Krippe abgeräumt.“

Leserbriefe

Detlev und Bettina 11.02.2015 20:08

Ja, das stimmt, Karin. Wir waren zum ersten Mal auf Madeira im März letzten Jahres - und jetzt sind wir stolze Besitzer eines schönen Hauses in Ponta do Sol. Als wir über Weihnachten wieder dort waren, hat uns unser neuer portugiesischer Nachbar fast alle Krippen der Insel gezeigt. Besonders schön waren auch die im Feuerwehrhaus in Calheta und in Camera de Lobos.
Ach ja, Danke an Karin und Werner für die tatkräftige Hilfe bei unserer Einweihungsfeier letzten Oktober.

Karin Taeumler 30.12.2014 12:46

Wir leben auf Madeira und sind in jedem Jahr neu begeistert von den sehr liebevoll gerichteten Krippen. Die hier genauso wichtig sind wie der Weihnachtsbaum in Deutschland.
Aber in Curral das Freiras gibt es ein Parkhaus, welches umgestaltet wird zu einer grossen begehbaren Krippe. So schoen; mit so viel Liebe zum Deteil ist das Leben und die verschiedene Arbeit von Madeira gezeigt, selbst die Imker sind vorhanden.Die vielen Wurzeln,welche angeordnet sind, das Wasser als Fluss angedeutet, zwischendurch Blumen und Kakteen -- einfach schoen.

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.