Ist Mülltrennung effizient?

14. Dezember 2014

Das bisherige System verursacht hohe Kosten

sheila - Auf Madeira ist die Müllabfuhr billig. Sie wird mit der Wasserrechnung bezahlt. Wenn ein Haushalt zum Beispiel zehn Kubikmeter Wasser im Monat verbraucht, kostet das den Endabnehmer zwischen drei und fünf Euro. Für die Müllabfuhr werden zwischen 2,50 und 5,00 Euro aufgeschlagen - für die Abfuhr von Papier-, Glas-, Plastik- und Restmüll. Diese Preise decken nicht die realen Kosten. Die öffentliche Hand zahlt tüchtig mit, obwohl eigentlich kein Geld dafür übrig ist.

Die Mülltrennung ist kostenintensiv, weil die herein kommenden Ladungen von Arbeitskräften aufwendig nachsortiert werden müssen. Wer auf Madeira einen Blick in die aufgestellten gelben, blauen , grünen und braunen Container wirft, erblickt überall eine kunterbunte Haushaltsmischung, wie sie in Berlin-Wedding, Herne-Eickel oder welchem sozial schwachen Bezirk bundesdeutscher Großstädte auch immer angetroffen wird. Kosten treibend wirkt auf Madeira auch, dass auf dem Land enorme Transportstrecken anfallen. Wenn zum Beispiel eine Tonne Plastikabfall aus São Vicente oder Porto Moniz gesammelt ist, dann hat der Lastwagen dreihundert Fahrkilometer zurück gelegt.
Würde die Regierung von Madeira die Bevölkerung an den realen Kosten stärker beteiligen, gäbe es sehr viel Unmut. Viele Madeirenser würden sicher dafür plädieren, den Abfall wie in der Vergangenheit die Abhänge hinab ins Meer oder in die Flüsse zu kippen. Dass dies keine Lösung ist, lernen die Kleinen auch auf Madeira in der Grundschule. So denkt Madeiras Verwaltung über Alternativen nach.
Eine Alternative wird in Deutschland erprobt. Dabei sortieren die Bewohner ihren Hausmüll nur noch nach „trocken“ und „nass“ aus.Den Rest übernehmen intelligente Maschinen. Diese sind teuer in der Anschaffung, rentieren sich aber auf Dauer. Denn nun müssen nicht LKWs auf Einzeltouren nach Plastik, Glas und Papier fahren, sondern ein großer Wagen kann das gesamte Trockenkontingent einer Zone abtransportieren. Desgleichen der LKW für die Nass-Abfälle. Dies könnte auch für Madeira das Modell der Zukunft sein.

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