Holzwurmbefall

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Was tun gegen Holzwürmer?

3. Juli 2014

Eine (un)konventionelle Methode ist besser als jede Giftattacke

hannich - Auf Madeira stehen unzählige alte Häuser mit Jahrhunderte alten Kastanienholzbalken und antiken Möbeln. Stell dir vor: Du hast dir einen solchen Kotten oder Heustadl oder wie auch immer man auf deutsch sagen würde liebevoll her gerichtet, sitzt da am Abend bei einem Rotwein und plötzlich merkst du, wie aus antikem Holz kleine gelbe Körnchen ins Glas herab rieseln. Da kannst du tags drauf im Baumarkt die chemische Keule erstehen, die auf begrenzte Zeit den Würmern zusetzt. Und deiner Lunge auch. Oder du greifst zu einem ungefährlichen Mittel, bei dem du auch am Folgetag in deinem mühselig, doch mit Herz her gerichteten Lebensraum sitzt- ohne das Rieseln – aber wieder mit einem Gläschen des glutroten Trunks, das dir bedeutet, dass du der Hölle des Holz fressenden Wurms entronnen bist.

Genug der blumigen Worte. Die Behandlung ist ganz einfach. Nimm eine alte Zahnbürste und gib auf die Borsten Scheuermittel. In Mitteleuropa heißt die Marke „Vis“, von Holland bis Portugal nennt sie sich „Cif“. Billiger gibt es das Mittel bein den Hausmarken von Continente oder Pingo Doce. Dann reibst du die Scheuermilch, ohne zu geizen, über die Löcher, die der Holzwurm schon gebohrt hat. Am anderen Morgen findest du keine neuen gelben Kügelchen auf dem Boden. Dafür sieht dein hölzernes Prunkstück ziemlich verschmiert aus. Leb damit drei Tage. Danach reibst du die verschmierten Stellen mit einem feuchten Lappen sauber und polierst sie, wenn sie trocken sind, mit einer schönen Möbelpolitur. Du hast den Holwurm besiegt. Doch aus den hinterlegten Eiern schlüpfen neue kleine Larven, die dir dein Besitztum wegfressen werden, wenn du nicht wachsam bleibst. Die alte Zahnbürste also nicht wegwerfen und auch nicht zu viel Wein in der Zwischenzeit trinken, denn du musst auf dem Posten bleiben, um im Angriffsfall mit deiner Zahnbürste sofort zurückschlagen zu können.

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