Rabacal
So menschenleer wie in Rabaçal wird es 2060 vermutlich noch nicht überall sein, aber immerhin...

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Hat Madeira genug Platz für alle?

23. Juni 2014

Bevölkerungsrückgang ist angesagt

eins - Leute, die auf Madeira ein Haus kaufen wollen, fragen im Vorfeld skeptisch:„Was ist, wenn alle Auswanderer auf einmal zurückkommen? Da steht man sich doch gegenseitig auf den Füßen.“ Die Besorgten können ganz sicher durchatmen. Eine Enge wie in Japans überbevölkerten Zonen wird es auf Madeira nicht geben. Im Gegenteil...

Drei Fakten entscheiden.
1.) Madeira hatte bei der Volkszählung von 2011 kurzfristig zugelegt. Zwanzigtausend Einwohner mehr. Tatsächlich waren in kurzer Zeit unzählige Familien aus Venezuela wegen politischer Turbulenzen dort zurückgekehrt. Im Jahr 2011 begann aber ein massenhafter Wegzug besonders junger, arbeitswilliger Menschen auf die Kanalinseln, nach England und nach Frankreich. Portugiesen sind in diesen Ländern und Regionen beliebte Arbeitskräfte im Reinigungsbereich, Hotel- und Gaststättengewerbe. Sie gelten als fleißig, bescheiden, sauber und ehrlich. Solche Arbeitskräfte versucht man zu halten. Dazu kommt, dass unqualifizierte Jugendliche mit den genannten Eigenschaften im Ausland Karrieremöglichkeiten suchen und finden, die auf der kleinen Insel schlichtweg nicht vorhanden sind. Sobald werden ausgewanderte Madeirenser also nicht zurückkehren.

2.) Die Geburtenrate sinkt drastisch, zum Leidwesen der Rathäuser und der katholischen Kirche. Im ersten Trimester 2014 wurden 402 Babys geboren, dagegen standen 798 Todesfälle. Setzte sich dieser Trend fort, würden die Madeirenser aussterben.

3.) Das Nationale Institut für Statistik hat seinen Computer mit allen möglichen Zahlen und Werten gefüttert: Einwanderungs- und Auswanderungszahlen, Geburtenrate, Alterspyramide und so weiter. Ergebnis: Madeira verliert bis 2060 möglicherweise fast vierzig Prozent der Bevölkerung. Im negativsten Szenario der Statistikbehörde leben dann nur noch 161Tausend Menschen auf der schönen Atlantikinsel. Positiv ausgedrückt: da hat jeder viel Raum zum Atmen.

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