Hinweisschilder Levada Bom Sucesso

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Acht Unfälle in zwei Jahren

9. Juni 2014

Auf gefährlichem Wanderweg hoch über Funchal

eins/sts - Mit der Seilbahn oder mit dem Bus fährt man gemütlich nach Monte hinauf. Die Vorstellung, von hier aus auf grünem Weg zu Fuss zurück in die Stadt zu gelangen, ist für viele Touristen reizvoll. Doch der Weg von Babosas, östlich der Wallfahrtskirche in Monte, zur „Levada do Bom Sucesso“ ist trotz des vielversprechenden Namens (bom sucesso heisst „guter Erfolg“) keineswegs ein gemütlicher Levadabummel. Vielmehr handelt es sich um einen anspruchsvollen Abstieg über etwa 300 Höhenmeter entlang eines Wildbachs, bis zu der großen Autobahnbrücke über das Tal der Ribeira João Gomes. Den Schwierigkeitsgrad dieser Wanderung hat schon mancher unterschätzt. Am Pfingstwochenende wurde ein deutsches Paar, beide 68 Jahre alt, leblos in einem Abgrund von hundert Meter Tiefe gefunden.

In den vergangen zwei Jahren wurden die Rettungskräfte acht Mal auf diesen Weg hoch über der Stadt Funchal gerufen, um Touristen aus einer Notsituation zu bergen. Manchmal ging es glimpflich ab bei diesen Einsätzen, so bei dem über 80jährigen Friedrich U., der völlig erschöpft nach Einbruch der Dunkelheit von seinem Handy aus den Notruf wählte. Der betagte Wanderer wurde auf einer Trage zurück nach Monte und von dort ins Krankenhaus gebracht, und war schon zwei Stunden später wieder in seinem Hotelzimmer. Doch drei Personen in zwei Jahren konnten nur noch tot geborgen werden. Drei Viertel aller tödlich endenden Abstürze in diesem Zeitraum ereigneten sich auf dieser Strecke.

Die Wanderung wird in einigen einschlägigen Büchlein beschrieben, mit deutlichen Hinweisen auf die zu erwartenden Schwierigkeiten. Darüber hinaus weisen neue Wegweiser auf den Beginn des Wanderweges hin. Friedrich U. war im Februar diesen Schildern gefolgt, in der Hoffnung, sich den steilen Gegenanstieg zurück nach Monte ersparen zu können. Die Tageszeitung „Diário de Notícias“ zitiert den regionalen Forstbeauftragten Rocha da Silva: Diese Strecke gehöre „nicht zu den empfohlenen Wanderwegen“. Die Regierung Madeiras rate von der Wanderung ab, da sie „viele riskante Stellen birgt.“

Ob eine Verbesserung der Sicherung des Weges (weitere Geländer zum Beispiel) hier Abhilfe schafft, ist fraglich. Hier ist in der Vergangenheit schon viel getan worden. Deutliche Hinweise auf das Schwierigkeits-Niveau wären nützlich. Die Wanderung wird  auf der Homepage des Rathauses von Funchal als "easy way" bezeichnet - das sollte vielleicht korrigiert werden.

Leserbriefe

11.06.2014 20:32

Mit Betroffenheit haben wir den Bericht über das verunglückte Mindener Ehepaar gelesen. Wenn man die örtlichen Gegebenheiten kennt, berührt solch ein Unfall einen noch mehr.
Auch auf den vermeintlich leichten Levada-Wanderungen muß man sich sehr in Acht nehmen.

zwei Wanderer aus Minden

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