Der Staatspräsident Portugals
Keinen Grund zur Sorge sieht Portugals Staatspräsident Cavaco

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Anlagetipp Diversifikation

6. Februar 2014

Bundesbank empfiehlt Vermögensabschöpfung in Krisenländern

han - Wer mehr als 100Tausend Euro bei einer portugiesischen Bank deponiert hat, verliert im Krisenfall einen Teil seines Vermögens. Drastisch wie in Zypern könnte es auch in Portugal zugehen, wenn sich die Deutsche Bundesbank mit ihrem Vorschlag durchsetzte.

Die Idee der Bundesbank basiert auf der Tatsache, dass in europäischen Krisenstaaten hohen öffentlichen Schulden beträchtliche private Vermögen gegenüber stehen. Bevor nun solche Krisenstaaten erneute europäische Finanzhilfen in Anspruch nehmen, sollen sie erst einmal Privatvermögen im eigenen Land abschöpfen. Dieser Vorschlag steht im Monatsbericht Januar 2014, wo es heißt: eine Vermögensabgabe „entspräche dem Prinzip der Eigenverantwortung, nach dem zunächst die eigenen Steuerzahler für Verbindlichkeiten ihres Staates einstehen, bevor die Solidarität anderer Staaten gefordert ist.“

Sollte sich diese Sichtweise der Bundesbank durchsetzen, und in der Folge das Beispiel Zypern auf Portugal übertragen werden, würden Einleger mit einem Sparbuch von über 100Tausend Euro zu einer Zwangsabgabe genötigt. Manche sprechen dabei von „Enteignung“, andere sehen in der Zwangsabgabe einen gerechten Ausgleich zwischen Reich und Arm.

Wer sein Vermögen zum Beispiel zur Altersvorsorge bewahren will, sollte sein Geld aus Krisenländern abziehen (die Bundesbank malt den Teufel „Kapitalflucht“ bereits an die Wand) oder aber seine Einlagen stückeln. Staatspräsident und Regierung Portugals befleißigen sich, für den Mai 2014 anzukündigen, dass das Land den Rettungsschirm verlassen wird. Doch alle wissen, dass die Finanzkrise noch lange nicht gemeistert ist. Man sieht das an Kleinigkeiten, wie den zu erwartenden Auftritt des Staates Portugal beim Londoner Auktionshaus Christie's, wo 85 Werke des katalanischen Malers Joan Miró aus Staatsbesitz versteigert werden sollen. Man sagt, wenn ein Staat sein Tafelsilber verkauft, steht es schlecht um ihn. Als bedeutenderes Indiz für Portugals ungebremste Talfahrt gilt die von der Regierung geplante Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf 66 Jahre. Das Gesetz, das diese Maßnahme ohne jegliche Gleitklauseln vorsieht, soll im Frühjahr das nationale Parlament passieren. Fakt ist, dass die portugiesische Renten- und Krankenkasse mehr als leer ist und laufende Renten bald nicht mehr ausgezahlt werden können.

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