Dünenlandschaft Porto Santo
In dieser Landschaft vor Dünen und Strand sollte ursprünglich das Hotel des Fussball-Stars hochgezogen werden.

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Ronaldo baut kein Hotel in Porto Santo

2. Januar 2014

Der Stürmerstar will erst einmal eine Luxus-Herberge in Funchal errichten

eins - Die in der Krise tief gebeutelte kleine Nachbarinsel von Madeira hofft noch. Aber wenn ein Portugiese sagt: „Ich muss das noch einmal überdenken“, heißt das: Nein! Die Insulaner hatten sich mit einem Sechs-Sterne-Ronaldo-Hotel am Goldstrand einen Aufschwung des Tourismus und zahlreiche Arbeitsplätze versprochen. Die wenigen Touristen aus Mitteleuropa, die Porto Santo auch wegen der wunderbaren Dünenlandschaft besuchen, können aufatmen. Die Insel bleibt auf lange Zeit an ihrem fantastischen Südwestende unberührt.

Die Verwaltung von Porto Santo hatte sich selbst ins Abseits gespielt. Ronaldo hatte vor Jahren etliche Parzellen westlich des alten Schlachthofes aufgekauft, sodass genügend Land für ein gigantisches Hotelprojekt vorhanden war. Ronaldos Agenten unterbreiteten dann dem Rathaus das Bauvorhaben. Dort aber kam man nicht aus dem Quark. Vor drei Jahren sprachen die Rechtsanwälte des Fußballers beim Baudezernat vor und machten die Sache dringlich. Im Rathaus bewegte sich weiterhin nichts. Danach sanken die Besucherzahlen selbst in den drei Sommermonaten der Hochsaison Porto Santos drastisch, sodass die Anlageberater des Fußballidols mit einer nachhaltigen Grätsche das Projekt zu Fall brachten.

Nun jagt der Stürmerstar in Madeiras Hauptstadt um den Kreisverkehr der Hafenzone herum. Er hat sich dabei mit der Pestana-Gruppe verbrüdert. Pestana stammt aus Funchal und ist zu Portugals größtem Hotelier aufgestiegen – mit Häusern in Berlin, London, Asien, Afrika und Südamerika. Der zukünftige Superluxus-Hoteltower am Hafen von Funchal soll Pestana-CR7 heißen und könnte die ideale Absteige für Jogi Löw und die Seinen werden, falls Deutschland im Endspiel 2014 Portugal besiegen täteräte – oder wie man im Fußballjargon sagt.

Jugendliche Madeirenser spekulieren bereits über die Hoteleinrichtung. Sollte es tatsächlich so sein, dass man an der Rezeption die Bettwäsche mit dem Emblem seines favorisierten Fußballvereins bestellen kann? Dass es im Restaurants speziell Fußballer-Menüs gibt kann man sich schon eher vorstellen...

Für die Naturfreunde in Europa jedenfalls zieht stille Freude darüber auf, dass der Trubel nach Funchal abgezogen ist. Auch die Regenbrachvögel am Meer und hinter den Dünen fliegen und schreien freudig weiter. Am goldig grünen Ende der einsamen Insel.

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