Schwankt die Banif schon wieder oder immer noch?

5. November 2013

Das Bankhaus International de Funchal kommt auf keinen grünen Zweig

allk - Während der Diktatur in Portugal waren Politik, Wirtschaft und Finanzen miteinander verschmolzen. Die Revolution von 1974 wollte damit Schluss machen. Dass das in einem jungen Land mit wenig Erfahrung in der Demokratie nicht ganz so einfach ist, kann man gerade auf Madeira beobachten.

1988 wurde die Banif gegründet – als Nachfolgerin der „Sparkasse von Funchal“, die ihre Verbindlichkeiten nicht zahlen konnte und aufgelöst wurde. Schon zwei Jahre später hatte die Banif sich von den roten Zahlen befreit und zunächst eine sehr positive Entwicklung erlebt. Tochterunternehmen in Spanien oder auf Malta zeugen davon.
Sollte es so sein, dass nun die Banif ebenfalls abgewickelt werden muss? Der portugiesische Staat hatte in den vergangenen Monaten kräftig mitgeholfen, die Bank zu halten. Zieht er sich nun aus Einsicht zurück, oder weil er Geld dringend benötigt?

Im Januar hat das madeirensische Bankhaus eine Finanzspritze von mehr als einer Milliarde Euro aus öffentlichen Geldern erhalten. Die Rekapitalisierung des von faulen Krediten angeschlagenen Bankhauses lief unter der 99 prozentigen Kontrolle des Staates. Die Operation verpflichtete die Bank, das Eigenkapital um 450 Millionen zu erhöhen, während sich der Staat im Gegenzug auf 60,57 Prozent Kapitalbeteiligung und 49,41 Stimmenanteil bei der Aktionärsversammlung zurückziehen will. „Um auf die 450 Millionen Eigenanteil zu kommen, fehlen uns noch etwa 137 Millionen Euro“, gestand Jorge Tomé, Vorstandsvorsitzender der Bank, auf einer Pressekonferenz.

Die Bank unterhielt im Juni 2013 310 Filialen, 43 Filialen waren im vorangegangenen Jahr geschlossen worden, 909 Angestellte wurden „freigestellt“. Dieser Prozess werde fortgesetzt, hieß es gegenüber der Presse. Eine sichere Bank ist die Banif im Moment wohl kaum für Anleger, die nachts ruhig schlafen wollen.

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