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Eine Extra-Portion für die europäische Banane

23. Dezember 2012

EU erteilt Sonderzuschuss von vierzig Millionen Euro

eins - Wer kennt nicht die französische Banane? Sie ist der Renner in Rennes (Bretagne) und preiswert in Lacoste (Provence). Scherz beiseite – die französische Banane gibt es wirklich. Zusammen mit der spanischen und portugiesischen Banane erhält sie im kommenden Jahr eine satte Zuwendung aus Brüssel.

Mit der französischen Mitgliedschaft in der europäischen Union gehören auch die französischen Überseeterritorien zum europäischen Staatenbund. Auf den französischen Antillen-Inseln Guadeloupe und Martinique sowie auf der ostafrikanischen Insel Réunion wird folglich mit dem Euro bezahlt, wenn man dort heimische Bananen auf dem Markt oder im Laden kauft. Die französischen Inseln in der Karibik und dem Indischen Ozean verbindet mit den Kanaren, Madeira und den Azoren zweierlei: Zum Einen reifen dort überall Bananen heran, zum anderen liegen die Inseln allesamt weit entfernt vom europäischen Festland. Aus letztgenanntem Grund weist man sie den „Gebieten in äußerster Randlage“ innerhalb der EU zu. Diese Gebiete erhalten jährlich einen Riesenbatzen Fördermittel aus Brüssel. Damit soll die wirtschaftliche Benachteiligung, die aus der extremen Randlage resultiert, kompensiert werden. So sind allein für die portugiesischen „Ultraperiféricos“ (portugiesisch für Gebiete in äußerster Randlage) Madeira und Azoren in 2013 etwas mehr als 106 Millionen Euro vorgesehen. Auf diesem allgemeinem Sockel sponsert Brüssel nun noch gemäß Empfehlung des parlamentarischen Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung die Bananenproduktion der beiden portugiesischen Inselregionen mit 1,24 Millionen Euro im nächsten Jahr. 20,24 Millionen gehen auf die kanarischen Inseln, und 18,52 Millionen Euro erhält die französische Banane, damit sie sich bei ihrer Produktion und Vermarktung in Guadeloupe, Martinique und Réunion, eventuell auch in Europa gegen die Konkurrenz des Chiquita-Riesen behaupten kann. Ein kleiner Teil der Bananenzuwendung geht sogar auf das südamerikanische Festland. Mit Französisch-Guayana haben dort die Franzosen einen weiteren Joker in der Gruppe der „Périphériques“. Französisch-Guayana ist zwar keine Insel, aber auch ein Bananenproduzent. Das beweist die Größe Frankreichs. Vive la France! Vive la banane française!

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