Dengue-Fieber auf Madeira

22. November 2012

Deutsche Presse macht Urlauber nervös

eins/sts - Derzeit läuft in Deutschlands Medien eine emotionale Berichterstattung über das sogenannte "Dengue-Fieber auf Madeira". Im Ärzte-Blatt vom 26. Oktober 2012 heißt es jedoch: "Die Erkrankung verläuft meist milde." Fakt ist: bisher haben sich 929  Patienten infiziert. Im Laufe des Jahres 2012 wurden davon hundert Personen stationär behandelt.

Die Infektionsregion ist Funchal. Bisher ist die Tigermücke über die Hauptstadt nicht wirklich hinausgekommen.

Auf Madeira zeigt sich die Krankheit völlig anders, als man es im Internet oder in der Presse nachlesen kann: Die Erkrankten klagen über Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit. Die Symptome sind also etwa wie bei einem grippalen Infekt ohne Husten und Schnupfen. Angeblich gibt es bei manchen Erkrankten auch hohes Fieber (39°). Die Behandlung: Paracetamol (kein Aspirin, denn das wirkt blutverdünnend), viel trinken, ausruhen. Nur Schwangere, Kleinkinder und hochbetagte Personen werden vorsorglich im Krankenhaus behandelt, und zwar mit derselben Therapie. Zur Zeit sind das fünf Infizierte.

In den Tropen ist Dengue lebensgefährlich. Das scheint auf Madeira nicht der Fall zu sein. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes liegt nicht vor. Auch das Europäische Zentrum für die Vorbeugung und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm warnt nicht vor einem Aufenthalt.

Madeira-Urlauber sollten den Mückenschutz ernster nehmen als sonst. Das heißt, alle Mücken im Zimmer töten und Mückenschutz für die Haut verwenden.Diese Maßnahmen sind derzeit völlig ausreichend.

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