Tigermücke auf menschlicher Haut
Schwarz-weiß gezeichnet ist die Tigermücke. welt.de

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Gefahr erkannt - Gefahr gebannt!

21. Oktober 2012

Tigermücke überträgt Denguefieber auch auf Madeira

sts - Madeira ist ein sicheres Reiseland. Keine Terroristen, keine Fundamentalisten, weder Schlangen noch Skorpione bedrohen hier „die schönsten Wochen des Jahres“. Die einzige nennenswerte und völlig unterschätzte Gefahr ist die Sonne – viele Touristen holen sich auf Madeira einen Sonnenbrand. Die kühle Meeresbrise lässt den Urlauber vergessen, dass er sich fast tausend Kilometer südwestllich des europäischen Festlandes befindet.
Eine winzige Mücke macht nun die Urlauber auf diese Tatsache wieder aufmerksam. Aedes Aegyptii , die Ägyptische Tigermücke verunsichert Urlauber und Einheimische. Denn das Insekt überträgt das gefährliche Denguefieber, wie sogar in der renommierten Tageszeitung „Die Welt“ zu lesen stand.

Wer die kleine Mücke aus der Nähe betrachtet, wird feststellen: ein hübsches Tier. Zierliche drei bis vier Millimeter ist sie klein. Verglichen mit ihren aus Deutschland bekannten Schwestern wirkt sie geradezu elegant: Mit langen, zarten, schwarz-weiß gestreiften Beinen landet sie auf dem potentiellen Opfer. Beim Blutsaugen pumpt sie ein Sekret in die kleine Wunde, das Schmerzen verhindert – und so für eine ungestörte Nahrungsaufnahme der Mücke sorgt. In diesem Sekret verbergen sich möglicherweise gefährliche Viren, die das Denguefieber auslösen können.

Die Tigermücke ist zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv, besonders jedoch in der Dämmerung. Ursprünglich kommt sie aus Afrika, doch die Klimaveränderungen erlauben ihr nun den Aufenthalt in Nachbarregionen. Im Jahr 2004 wurde sie zum ersten Mal auf Madeira gesehen. Vor wenigen Wochen kamen nun erstmals Menschen mit Denguefieber ins Krankenhaus von Funchal, für die nachgewiesen werden konnte, dass sie sich durch den Stich der Tigermücke infiziert hatten.

Das Denguefieber tritt in zwei Formen auf. Bei der milden Form verspürt man Symptome wie bei einer Grippe: hohes Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Glieder- und Kopfschmerzen, Durchfall. Innerhalb von drei Tagen klingen die Symptome wieder ab. 95 Prozent aller Infektionen verlaufen auf diese Weise, teilt das Europäische Zentrum für Krankheitsvorsorge und -kontrolle mit (ECDC, Sitz in Stockholm).

Was ist zu tun? Urlauber sollen sich vor allem vor Mückenstichen schützen, etwa mit geeigneten Schutz-Lotionen oder Moskitonetzen. Die Bewohner Madeiras wurden zur Bekämpfung der Tigermücke aufgerufen. Dabei geht es vor allem darum, ihre Brutstätten – offene Wasserflächen – zu reduzieren. In Funchal wurden Gärtner angewiesen, Springbrunnen oder Vogeltränken abzustellen und trocken zu legen. Ob es auf dem Land möglich sei wird, alle offenen Wasserflächen zu vermeiden, erscheint fraglich. Zumal schon kleine Mengen Regenwasser ausreichen, die sich beispielsweise in einem alten Autoreifen sammeln. Auch mit chemischer Insektenbekämpfung wird auf Madeira gearbeitet.

In den kommenden Wochen werden noch weitere Fälle erwartet, mit den niedrigeren Temperaturen in den Wintermonaten sinkt jedoch das Infektionsrisiko. Ob im Sommer 2013 wieder mehr Fälle von Denguefieber auftreten, hängt von der effektiven Bekämpfung der Tigermücke ab.

In Anbetracht der geringen Zahl der bislang aufgetretenen Fälle (37 Fälle wurden bestäigt) sehen die Gesundheitsbehörden keinen Grund für eine Handels- oder Reisebeschränkung. Einen geplanten Madeira-Urlaub braucht man also keineswegs zu stornieren oder auch nur in Zweifel zu ziehen. Mückenschutz in den Koffer, und im Hotel nach einem Moskitonetz fragen – das sind gute Bedingungen für einen gesunden Madeira-Urlaub.

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