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Schlechte Zeiten zum Kinderkriegen

1. Oktober 2012

Madeira verzeichnet drastischen Geburtenrückgang

eins - Gleich um fünfzehn Prozent niedriger liegt die Geburtenrate des ersten Quartals 2012, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs.
Es kamen 532 Kinder zur Welt, 93 weniger als im Vergleichszeitraum, der seinerzeit schon von einer sinkenden Geburtenrate geprägt war. Diese Zahlen gab kürzlich Portugals Statistikamt bekannt.

Den Präsidenten des regionalen Gesundheitsdienstes wundert die Zurückhaltung beim Kinderkriegen nicht. Der Arzt Miguel Ferreira zieht eine direkte Verbindung zur gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage Madeiras und Portugals. Finanzielle Sorgen und Nöte bewegen Paare dazu, Schwangerschaften zu vermeiden, lautet die Meinung des Frauenarztes. Tatsächlich werden auf Madeira Gehälter in manchen öffentlichen Bereichen nur noch sporadisch ausgezahlt. Etliche Firmen warten seit Jahren auf die Begleichung von Rechnungen seitens öffentlicher Auftraggeber, mit der Folge, dass sie ihren Arbeitern den Lohn nicht mehr zahlen können. Außerdem hat die von der Troika verordnete Sparpolitik Portugal eine harsche Verteuerung der Lebenshaltungskosten beschert. Das Kinderkriegen ist so zum Luxus geworden, von dem sich viele Paare notgedrungen verabschieden. Ein weiterer Grund liegt in dem Trend, sich auf ein oder höchstens zwei Kinder zu konzentrieren. Die Zeiten, da ein Paar jedes zweite Jahr mit einem Neugeborenen zur Taufe erschien, gehören der Vergangenheit an. Heute sind die meisten Frauen berufstätig und wollen in ihrer Freizeit gemeinsam mit dem Vater mit wenigen Kindern ein erfülltes Familienleben führen.

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