Trockene Äste, Blätter und Pflanzenteile sollen in Zukunft kompostiert werden
Trockene Pflanzen- und Baumabfälle brennen wie Zunder

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Brandbekämpfung

31. August 2012

Felder aufräumen soll helfen

eins - Die internationale Presse berichtete von den Flächenbränden, die im Juli auf Madeira wüteten. Fünfeinhalb Hektar Land brannten ab. Der Zivilschutz Madeiras spricht von einer Rekordzahl von 1840 Feuern, die allein bis Ende Juli 2012 zu bekämpfen waren.
Um die Gefahr weiterer Brände einzudämmen, hat sich die politische Führung Madeiras nun der Kompostierung verschrieben.

Es sollen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Der Dezernent für Umwelt differenziert genau, wo es im Juli gebrannt hat. Zu 42 Prozent in Waldgebieten, die Mehrheit der Brände betraf aber landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Manuel António Correia wies bei einer Pressekonferenz darauf hin, dass ein portugiesisches Gesetz die Grundbesitzer verpflichte, ihre Ländereien von Laub und Verwelktem zu befreien. „Wir werden auf die Einhaltung dieses Gesetzes dringen“, sagte der Dezernent, der trockene Pflanzen- oder Baumabfälle für die Brände verantwortlich macht.
„Eine gute Idee,“ meint der Pächter André D. aus Ponta do Sol. Er hat seine Äcker tip top in Schuss, die Pflanzen stehen in Reih und Glied und ausgerupftes Unkraut und Pflanzenreste nimmt er immer sofort weg. Bauer Manuel P. aus Estreito da Calheta sieht das ganz anders: „Geldschneiderei. Seitdem der Staat spart und spart, finden sie immer mehr Möglichkeiten, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Jetzt schreiben sie uns schon vor, was wir mit dem Abfall zu tun haben. Dabei haben die doch keine Ahnung von der Landwirtschaft.“

Correia, der Umweltdezernent, hat mit den von den Äckern gesammelten trockenen Gewächsteilen noch ganz andere Pläne: Er will diese Abfälle zentral kompostieren. Als Biomasse soll dann der Kompost in Meia Serra, wo auch schon die zentrale Müllverbrennungsanlage Madeiras arbeitet, in einem (noch zu errichtenden) Biokraftwerk verbrannt und zu Strom verwandelt werden.

Fachleute von der Feuerwehr meinen, dass das Aufräumen der Felder zur Brandverhütung nicht ausreicht. Die Anschaffung oder Anmietung eines Löschhubschraubers sei effektiver, vor allem in kurzfristiger Dimension. Aber davon wollen die Autoritäten Madeiras nach wie vor nichts wissen.

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