Flugpaten Schäfer mit den Hunden in Düsseldorf
Das Ehepaar Schäfer wartet mit fünf "ausgewanderten" Hunden auf die Abholerin
Mitarbeiter am Flughafen kümmern sich um die Hundeboxen bei der Ankunft
In Düsseldorf werden die Hunde zu den Gepäckbändern gebracht

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Ein Platz an der Sonne

4. März 2012

Flugpaten nehmen fünf Hunde mit nach Deutschland

um - In Deutschland war es kalt in diesem Winter. Im Vergleich dazu erlebte Madeira selbst im Januar und Februar Frühlingstemperaturen. Und trotzdem können die fünf Hunde, die an Weiberfastnacht in Düsseldorf gelandet sind, vor Glück bellen. Sie haben ihr erbärmliches Hundeleben auf Madeira mit einem Platz an der Wintersonne in Deutschland getauscht.

Iris und Günter Schäfer unternahmen vor zwölf Jahren ihre Hochzeitsreise nach Madeira. Nun war das Paar aus der Grafschaft bei Bad Neuenahr zum zweiten Mal auf der Insel. Ihren Hund, den sie vor vier Jahren aus Griechenland mitgebracht hatten, und die Pflegekatze aus Gran Canaria ließen die beiden zu Hause. Die vielen „Straßenköter“ auf Madeira erregten das Mitleid des Paares. Darum entschied sich das Paar, eine „Flugpatenschaft“ zu übernehmen, das heißt, bei ihrem Rückflug nach Deutschland Vierbeiner auf ihrem Flugticket mitfliegen zu lassen.
Teilweise sind es ausgesetzte Tiere, teilweise haben sie selbst Reißaus genommen, um ein jämmerliches Dasein an der Kette zu beenden. Die Tierschutzorganisation ANIMA nimmt sich dieser Tiere an, die – wenn sie nicht überfahren werden oder krank an einem stillen Ort verrecken – im Tierheim landen. ANIMA vermittelt im Tierheim aufgepäppelte Hunde oder Katzen an tierliebe Halter in Deutschland. Zur Vermittlungsprozedur gehört die Beschaffung von Impfausweisen und ein Chip für den Lufttransport.
Das Ehepaar Schäfer traf sich am Rückreisetag mit Werner Täumler in der Abflughalle des Flughafens von Madeira. Täumler wohnt fest auf Madeira und arbeitet ehrenamtlich als „Kurier“ von ANIMA. Fünf Hunde in Boxen hatte er mitgebracht. Die Tiere befanden sich in ausgezeichnetem Zustand, waren frisch und munter. Der Sachbearbeiterin von der Airline am Schalter war die Prozedur schon vertraut, und so verschwanden die Hunde samt Boxen sehr bald im Bauch des Flugzeugs. Vier Stunden später setzte die Maschine auf der Piste des Flughafens Düsseldorf auf. Die Boxen wurden zügig ausgeladen und an die Schäfers ausgehändigt. Die Hunde schauten sich interessiert die fremde Umgebung an. In der Ankunftshalle hielt eine Dame ein Schild mit der Aufschrift ANIMA in die Höhe. Die Übergabe erfolgte mit großer Anteilnahme von beiden Seiten. Die Hunde verfolgten die wechselnden Szenen aus ihren Boxen heraus mit staunenden Augen. Noch wussten sie nicht, dass ein besseres Leben für sie begonnen hat. Die Vertreterin von ANIMA brachte die Vierbeiner aus Madeira zu einer Zwischenstation, damit die Vermittlung vorbereitet werden konnte. Zwei Wochen nach der Reise waren vier der fünf Hunde schon in Familien untergebracht.
Wer dem Beispiel des Ehepaars Schäfer folgen will, nehme möglichst frühzeitig Kontakt mit dem Verein Anima Madeira auf, entweder per Telefon: (0049) 06196 48 18 40 oder per Mail
anima-ev@t-online.de. Die Flugpatenschaft ist für die Paten mit keinerlei Kosten verbunden.

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