Fähre verkehrt nicht mehr

29. Februar 2012

Meeresverbindung Portimão – Madeira - Kanarische Inseln gehört der Vergangenheit an

sheila - Die Bäckers sind wahre Glückspilze. Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Ehepaar aus Mainz in einer Non-Stop-Rallye den südportugiesischen Hafen Portimão erreicht. Dort ging es mit eigenem PKW und allem Hab und Gut, das in den Wagen passte, an Bord des Schiffes „Volcão de Tirajafe“. „Die Überfahrt war schrecklich ungemütlich. In den Schlafsesseln hat man eigentlich kein Auge zumachen können,“ klagt Anja Bäcker. Die beiden Mainzer wirkten erschöpft, als sie die Fähre verließen. Dafür haben sie aber den Transport für einen „Appel und nen Ei“ gekriegt, wie Frank Bäcker zufrieden feststellt. Und das sozusagen in letzter Minute. Denn die gleiche Reise würde die Bäckers heute etwa das Zehnfache kosten – mit Containerschiff und Flugzeug statt mit einer Autofähre.

Die spanische Reederei Armas hat in 2011 fast 9000 Passagiere von Portimão nach Madeira gebracht. Etwa 5000 Passagiere buchten Funchal von den Kanarischen Inseln aus. Madeira konnte mit Hilfe der Fährverbindung 400 Tonnen Obst und Gemüse exportieren. Ein florierendes Unterfangen schien die spanische Fährverbindung zu sein. So sehen es auch die Vertreter von Industrie und Handel der Insel. Die Reederei gibt jedoch für 2011 ein Defizit von sechs Millionen Euro an. Die Erhöhung der Hafengebühren in Funchal für das laufende Jahr ließ die Fährverbindung für die Reederei zu teuer erscheinen. Deshalb stellte sie im Januar 2012 den Fährbetrieb ein.

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