Brücke über die Ribeira de Natal
Idyllisches Fleckchen am Rande der Wanderung

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Urlaub auf Madeira preisstabil

8. Februar 2012

Harter Sparkurs der EU für das angeschlagene Portugal hat kaum Auswirkungen auf den Tourismus

sheila - Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Portugal hat enorme wirtschaftliche Probleme. Und auf Madeira hat die Misswirtschaft womöglich die größten Ausmaße. Unter dem europäischen „Rettungsschirm“ kommen auf die Bevölkerung harte Einschnitte zu. Doch anders als die Griechen schlucken die Portugiesen fast alles – viele mit Murren und geballter Faust in der Tasche, einige voller Hoffnung, den Kurs für das Land auf diese Weise herumreißen zu können.
Auf den Tourismus hat das alles jedoch kaum Auswirkung.

Natürlich hinterlässt die Mehrwertsteuererhöhung auf 22 Prozent auf der Rechnung in der Strandbar oder im Restaurant deutliche Spuren. Aber wer die deutschen Preise gewohnt ist, staunt immer noch über die niedrigen Summen. Ein Mittagsgericht für € 4,50, ein leckeres Abendessen mit einem Glas Wein oder Bier für € 11,-, ein Kaffee für einen Euro, ein Bier (0,3 l) für € 1,20, das sind normale Preise – zumindest auf dem Land. Im Hafen von Funchal oder in einem Luxus-Restaurant in der Innenstadt war es freilich schon immer etwas teurer.
Am ehesten spürt der Tourist die Teuerung beim Autofahren. Manche Mietwagenfirmen sahen sich zur Preiserhöhung gezwungen, und der Benzinpreis hat das Niveau deutscher Tankstellenpreise fast erreicht.

Touristen und Residenten, die Madeira der Natur wegen lieben, können indes aufatmen. Die Regionalregierung hat in den kommenden Jahrzehnten kein Geld mehr für Schnellstraßen und Tunnels. Dass es nicht mehr weitergeht, sieht man an den vielen verwaisten Baustellen und Tunnelröhren ohne Anschluss. „Der Betonwahn hat endlich ein Ende,“ freut sich Sabine M., die seit Jahren in Caniço de Baixo lebt und arbeitet und jedes Wochenende die Wanderstiefel schnürt. “Großprojekte, die die Umwelt verschandeln, wird es wohl so bald keine mehr geben.”

Viele Hotels, gerade diejenigen, die vorwiegend deutsches Publikum anziehen, freuten sich zu Jahresbeginn über wachsende Buchungszahlen. Madeira „läuft gut“, nicht zuletzt wegen der politischen Sicherheit. Denn bei all den Problemen, die die Madeirenser mit der Erfüllung der Spar-Ziele haben: Generalstreiks oder gar Bürgerkrieg, wie in Griechenland angedroht, stehen nicht ins Haus. Madeira bleibt ein sicheres Reiseland.

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