200 Mäusebussarde auf Madeira

26. November 2011

Kein leichtes Leben für den eleganten Flieger

sonja- Auch wer kein Vogelkundler ist, erkennt den Mäusebussard leicht. Ohnehin kennt man ihn bereits von zu Hause. In braun, weiß und grau gefärbtem Kleid kreist er auch auf Madeira über dem Wanderer, seine Rufe sind weit durch das Tal zu hören. Man sieht ihn häufig – eine bedrohte Tierart ist das nicht.

Die großen Vögel brauchen Ruhe und weite Rückzugsgebiete. Es sind Bewohner halboffener Landschaften. Ihre Beute erlegen sie mit der „Ansitzjagd“genannten Methode. Anders als die Turmfalken, die rüttelnd über dem Tal stehen und sich dann sturzflutartig fallen lassen, sitzen die Bussarde auf einem freien Ast oder Strompfosten und greifen von diesem Ansitz aus zu.

200 Mäusebussarde bevölkern Madeira. Der Mensch und der Falke machen dem gewaltigen Greifvogel das Leben schwer. Auf den Azoren wurden 1350 Exemplare gezählt. Die Azoren sind spärlich besiedelt. Hier finden die Mäusebussarde größere Rückzugsgebiete als auf Madeira, das gerade in der Küstenregion ein reges Treiben aufweist. Und auch an den ruhigeren Bereichen der Küstenregion, den steil aufragenden Felsen, haben die Bussarde keine Ruhe: hier nisten die Falken, die wie kleine Düsenjäger aufsteigen, wenn ein Mäusebussard in ihrem Revier seine Runden dreht.

Dieses elegante, ruhige Kreisen dient dem Abgrenzen des Reviers – es ist also eine Art Schauflug. Der Bussard ist ein eleganter Flieger. Aber mit einer Spannweite von bis zu einem Meter dreißig zeigt er naturgemäß nur eine begrenzte Wendigkeit am Himmel.

Der Mäusebussard frisst zwar auch Eidechsen und Mäuse, wie sein Konkurrent, der Falke. Doch jagt er auch kleine Wildkaninchen oder Wildentenküken – und junge Ratten. Das ist für Madeira eine unschätzbare Eigenschaft. Denn die Insel wird seit Jahren von einer Rattenplage heimgesucht. Unzählige Aktionen seitens der Gemeinden haben immer nur kurzfristigen Erfolg. Mehr Mäusebussarde für Madeira wären eine langfristige Hilfe gegen die Ratten.

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