Spitzenpreise portugalweit!

17. November 2011

Madeiras Immo-Markt spielt verrückt

allk - Das Bilderbuch der Marktwirtschaft ist auf Madeira eine Gute-Nacht-Geschichte. Immobilien im Überangebot zu Höchstpreisen, da reiben sich Vertreter der reinen Lehre die Augen. Aber es ist Wirklichkeit. Schilder „Vende-Se“ (zu verkaufen) stehen an allen Ecken und Kanten. Die Forderungen vieler Verkäufer sind allerdings exaltiert. Deutlich führt Madeira im Vergleich mit anderen Regionen Portugals. Der Quadratmeterpreis einer Hausimmobilie liegt auf der Insel bei 1427 Euro.

Die Zahlen ermittelte das Nationale Statistikamt für den August 2011. Im Landesdurchschnitt liegt der Quadratmeterpreis 322 Euro unter der madeirensischen Marge. In der billigsten Region, Zentralportugal, beträgt die Differenz gar 479 Euro. Aber selbst die Algarve und Lissabon – zweit- und drittteuerste Regionen Portugals – bleiben 17 und 91 Euro unter dem Quadratmeterdurchschnittspreis beim Hauserwerb auf Madeira zurück.
Nur wer eine Wohnung kaufen will, findet auf Madeira nicht die landesweit höchsten Preise: Hier liegen die Azoren vorn. Durchschnittlich 62 Euro pro Quadratmeter mehr muss man dort auf den Tisch des Verkäufers legen im Vergleich zu Madeira, wo der mittlere Preis 1384 Euro beträgt.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass das hohe Preisniveau auf Madeira noch lange fortbesteht. Die Insel befindet sich wirtschaftlich und politisch in einer Zerreißprobe. Sachte Anzeichen eines Abwärtstrends sind bei einzelnen Offerten schon zu beobachten.
Der vorläufige Zenit der Höchstpreise, so das portugiesische Statistikamt, lag im Februar 2011. Seitdem gibt es Merkmale einer Preisberuhigung. Bleibt abzuwarten, in welchem Tempo sie kommt. Eine Gegenbewegung dazu zeichnet sich in Mitteleuropa ab. Wegen der Euro-Krise investieren viele Privatpersonen in „Beton-Gold“. Das heißt, sie kaufen Immobilien – der Sicherheit halber. In Metropolen wie Berlin, Dresden, Wien, Lyon oder Prag steigen die Immobilienpreise darum wieder. Angesichts dieses Aufwärtstrends könnten hohe Preise an der Peripherie, wie zum Beispiel Madeira, ihren Schrecken verlieren und manchen privaten Investor zu einer lukrativen Ferienanlage verleiten.

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