Die Seilbahn von Achadas da Cruz überwindet die kanpp 480 Meter in wenigen Minuten
Abenteuerliche Fahrt mit der Seilbahn in Achadas da Cruz

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Zitterpartie weit im Westen

6. November 2011

Die Seilbahn von Achadas da Cruz

sts - Nicht nur zu Fuß oder mit dem Auto lassen sich die steilen Hänge Madeiras überwinden. Reizvoll ist eine Fahrt mit der Seilbahn, dem „Teleferico“ - sei es nach Monte hinauf oder unterhalb des Cabo Girão in die Tiefe.
Besonders spektakulär ist die Seilbahn von Achadas da Cruz. Hier werden etwa 480 Höhenmeter nur am Seil – ohne zusätzliche Pfeiler – überwunden. So vertrauenerweckend die Gondel und die gesamte Konstruktion, sowohl an Berg- wie an Talstation aussieht – der Blick in die Tiefe und auf das fast einen halben Kilometer lange Drahtseil lässt manche Knie zittern.

Oder ob man doch besser den Wanderweg nimmt? Gleich rechts neben der Bergstation geht es los, der Weg ist beschildert, die ersten Meter gar gepflastert, wird dann bald zu einem Erdweg, der sich in Serpentinen dem Meer entgegen schwingt. Fast unten angekommen, erreicht man die Mündung des Baches „Ribeira do Tristão“- eine tief eingeschnittene Schlucht. Hier wendet man sich nach links, geht direkt unter den Felsen entlang, bis man den Pfad sieht, der über den Schutthang hinweg zur Talstation führt. Eine knappe Stunde dauert der Abstieg zu Fuß von der Berg- bis zur Talstation.

Die Gondel braucht nur wenige Minuten, obwohl sie langsam dahingleitet. Die mutigen Fahrgäste genießen die weiten Ausblicke auf die Gärten und Felder und den heranbrausenden Atlantik. Die weniger Mutigen erfahren auf einem Hinweisschild, dass ein Stillstand der Gondel keine Gefahr bedeute und man keineswegs auf eigene Faust versuchen solle, auszusteigen.

Unten angekommen, machen sich Seilbahnfahrer wie Wanderer auf zum gemütlichen Spaziergang auf der „Quebrada Nova“, dem „neuen Erdrutsch“. Wie lange es wohl her sein mag, dass Felsen, Steine und Schutt in die Tiefe stürzten? Heute ist fruchtbares Land aus dem „Abgebrochenen“ geworden, sodass bis heute die Bauern hier herunterkommen, um Gemüse, aber auch Wein anzupflanzen. Die Steilwand im Hintergrund reflektiert die Wärme noch lange und begünstigt so das Wachstum der Pflanzen. Außer einigen Geräteschuppen und hübsch renovierten kleinen Häuschen gibt es keinerlei Gebäude. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Wasser findet man an einem Brunnen, und auch die Hähne der Wasserleitung spenden das kühle Nass. Das Wasser sei nicht staatlich überprüft, berichtet der Seilbahnführer,und ungekocht nicht immer zum Trinken geeignet.
Beeindruckend ist die Stille. Kein Auto ist zu hören, kein Handyklingeln, keinerlei Maschine brummt oder summt - man hört vor alle das ewig gleiche Heranrollen der Wogen.

Achadas da Cruz liegt weit im Westen Madeiras, zwischen Ponta do Pargo und Porto Moniz. Der Weg zur Seilbahn ist gut beschildert mit „Teleferico“. An der Bergstation gibt es eine Snackbar mit hübscher Terrasse. Die Seilbahn wurde ursprünglich für die Landarbeiter auf den Feldern der Quebrada Nova gebaut. Die Fahrt kostet EUR 3,- pro Person. Die Bahn fährt nur bei gutem Wetter und zu Uhrzeiten, in denen die Arbeiter sie benötigen, d.h. vormittags und nachmittags bis ca. 18 Uhr, im Sommer auch bis 20 Uhr. Es ist sinnvoll, in der Bergstation nachzufragen, wann die letzte Fahrt hinauf geht, denn in der Talstation gibt es kein Personal. Übrigens: Baden sollte man an der Quebrada Nova lieber nicht, sagen die Einheimischen. Die Brandung sei zu gefährlich.

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