Die Waldbrände auf Madeira 2011 begannen erst im September
Auch Häuser waren von den Flammen bedroht

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Brände auf Madeira

18. Oktober 2011

Die Inselverwaltung ist nicht ausreichend gewappnet

um - Der Sommer 2010 war eine Katastrophe, was die Waldbrände anging. Im darauf folgenden Sommer schien der Kelch an Madeira vorbeigegangen zu sein. Doch im heißen September 2011 fing es wieder an zu brennen. Und der Oktober brachte einen Hitzerekord (28,3 Grad wurden in Funchal um Mitternacht gemessen). Folge waren weitere Wald- und Buschbrände.

Die Feuerwehr musste im September über zweihundert mal ausrücken, besonders häufig an der Südküste, von Câmara de Lobos bis Calheta. Wanderer wundern sich häufig darüber, wieso bei einem lodernden Brandherd im Wald nur eine Handvoll Feuerwehrleute vor Ort ist, und wieso diese nicht energischer handeln. Da die Brände in unwegsamen Naturregionen ausbrechen, beschränkt sich die Feuerwehr in der Regel darauf, durch Schneisen im Wald eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern.
Umweltschützer hatten der Inselregierung im Katastrophenjahr 2010 vorgeworfen, kein einziges Löschflugzeug im Einsatz zu haben. Damals hatten Brände, die von starken Winden noch potenziert wurden, in Madeiras Landschaftsparks mehr als 250 Hektar Natur verwüstet. Die Naturschützer und auch die Inselverwaltung engagieren sich seitdem, die verbrannten Regionen aufzuforsten und neu zu bepflanzen. So wurden bislang zum Beispiel 280 Tausend Lorbeer- und Zedernstecklinge gesetzt Flugzeuge warfen insgesamt 940 Kilogramm Samen zur Begrünung der öden Landschaften ab. Nun sprießt es schon wieder. Wer aber von Funchal auf die Hänge des Gebirges hochschaut, sieht immer noch Ödland und verbrannte Wälder. 25 Jahre wird es dauern, bis alles wieder hochgewachsen ist.

Nach dem Katastrophenjahr wurden Schulungen in Brandbekämpfung und Spezialisierungsmaß- nahmen für Feuerwehrleute abgehalten. Dabei ließ man es bewenden. Die Umweltorganisation Quercus urteilte: Die Regierung hat nichts begriffen. Und auch die Feuerwehr Madeiras war nicht zufrieden, ihr griff die Professionalisierung entschieden zu kurz. Für einen echten Feuerwehrmann muss das Feuer am selben Tag gelöscht sein. Und die meisten Touristen sehen das genauso.

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